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Von „Downtown“ zum Derbysieg

Basketball-Bundesliga: Phantoms zittern sich in Oldenburg zum Erfolg – Am Sonntag in Bamberg.

Von Christoph Matthies, 19.10.2011

Braunschweig. Während Tipper an den Ergebnissen geradezu verzweifelten, konnten auch Experten in den vergangenen Wochen ein ums andere Mal nur ungläubig den Kopf schütteln: Die Basketball-Bundesliga präsentierte sich an den ersten vier Spieltagen der Saison so unberechenbar wie selten zuvor.

Da wurden konsternierte Ludwigsburger vom vermeintlichen Kellerkind Göttingen mit mehr als 20 Punkten deklassiert, nur um vier Tage später den Titelaspiranten Oldenburg fast ebenso deutlich zu entwerten. Da ließen die „Feuervögel“ aus Hagen am ersten Spieltag in Braunschweig heftigst Federn (74:103) und rupften zwei Wochen später die „Albatrosse“ aus Berlin – die nur wenige Tage zuvor den Braunschweigern mit 87:68 ihre Grenzen aufgezeigt hatten.
Die Aufzählung der kuriosen Ergebnisse ließe sich noch eine Weile fortführen. Eine erste kleine Überraschung gelang am Sonntag auch den Phantoms, bei denen der Serbe Branko Jorovic erstmals nach seiner Verletzung auf dem Parkett stand und bei seinem BBL-Debüt eine gute Leistung zeigte. Mit einem hauchdünnen 90:88-Erfolg entführten die Braunschweiger zwei Punkte aus Oldenburg . „Wir haben ein schon fast sicher geglaubtes Spiel nochmal komplett aus der Hand gegeben“, beschrieb Headcoach Sebastian Machowski die letzten Minuten eines „Zittersieges“, in denen seiner Mannschaft fast nichts mehr gelingen wollte. So schmolz eine Neun-Punkte-Führung in den letzten Minuten immer mehr zusammen, 25 Sekunden vor Schluss gingen die tapfer kämpfenden Oldenburger gar mit 88:87 in Führung. Nun allerdings bewies Immanuel McElroy, warum er ein Star in dieser Liga ist. Wenige Sekunden vor der Schlusssirene erhielt „Imac“ (18 Punkte, 4/4 Dreier) das Leder nach einem schönen Spielzug an der 6,75-Meter-Linie und netzte eiskalt von „Downtown“ ein: die Entscheidung für die Phantoms.
Überhaupt hatte es das Machowski-Team vor allem seiner fast 58-prozentigen Dreierquote (15/26) zu verdanken, dass es das Spiel beim „Lieblingsgegner“ in Oldenburg trotz einiger Nachlässigkeiten im Rebound und der Nervosität in den letzten Minuten für sich entscheiden konnten. Besonders Robert Kulawick, gegen Alba Berlin noch ohne Punkte, zeigte, warum er ligaweit als Scharfschütze gefürchtet wird: Mit 19 Zählern (5/10 Dreier) war „Kulle“ am Ende Braunschweigs erfolgreichster Punktesammler.
Am Sonntag treten die Phantoms mit ausgeglichener Bilanz und neuem Selbstvertrauen in Bamberg an. Ein Sieg gegen den Meister und Pokalsieger wäre eine weitere faustdicke Überraschung in einer derzeit unberechenbaren Basketball-Bundesliga.
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