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„Vollstes Verständnis für Pfiffe“

Hatten gegen St. Pauli das Nachsehen: Die Eintracht-Spieler (v.l.) Nik Omladic, Rafal Gikiewicz, Saulo Decarli. Foto: Agentur Hübner

2. Fußball-Bundesliga: Marc Arnold sieht Eintracht-Profis gegen Sandhausen in der Pflicht.

Von Elmar von Cramon, 10.03.2015.

Braunschweig. Ernüchterung hielt am Wochenende Einzug bei Eintrachts Zweitliga-Fußballern: Die gute Leistung, mit der die Elf von Torsten Lieberknecht beim 0:2 gegen den FC Bayern aufgewartet hatte, erfuhr im Punktspielbetrieb keine Wiederholung. Beim 0:2 gegen den FC St. Pauli kam es deshalb nach Spielschluss zu einem Pfeifkonzert von den Rängen.

„Wenn man aus fünf Spielen nur einen Punkt holt und zu Hause so gegen den Tabellenletzten verliert, habe ich vollstes Verständnis für die Pfiffe der Fans“, nimmt Marc Arnold kein Blatt vor den Mund und macht deutlich, dass auch die Eintracht-Verantwortlichen unzufrieden mit der momentanen Situation sind. Anerkennung fand beim sportlichen Leiter hingegen die Tatsache, dass sich die Mannschaft nach Spielende nicht schnell in die Kabine, sondern zu den Fans in die Kurve begab: „Sie haben sich nicht vor den Fans versteckt und sich die Pfiffe abgeholt.“

Die Art und Weise, wie sich die Mannschaft zuvor präsentiert hatte, hält er im Hinblick auf das Potenzial der Mannschaft für stark verbesserungswürdig: „Im vorderen Drittel hat sich zu wenig abgespielt, wir haben uns keine richtige Torchance herausgearbeitet und keine Durchschlagskraft entwickelt.“

Die englische Woche mit dem Pokalauftritt bei den Bayern wollte Arnold nicht als Ausrede gelten lassen: „Wir haben bewusst ein paar frische Leute eingebaut, gefährlich wurde es gegen St. Pauli aber nur dann, wenn Nik Omladic am Ball war.“ Der Neuzugang gehörte gemeinsam mit Saulo Decarli zu den besten Akteuren im Löwen-Trikot, obwohl das Duo in beiden Spielen in der Startelf gestanden hatte. Zu wenig Einsatz möchte Arnold dem Team auch nicht vorwerfen: „Die Mannschaft ist 118 Kilometer gelaufen, die Zweikampfquote zwischen uns und St. Pauli lag auch nicht weit auseinander, mangelndes Engagement sehe ich nicht.“
Allerdings wünscht sich der 44-Jährige beim bevorstehenden Auswärtsauftritt in Sandhausen mehr Kreativität, die Eintracht trotz einer deutlich höheren Ballbesitzquote gegen St. Pauli nicht entwickelt hat: „Wir brauchen mehr Dynamik und Überraschungsmomente.“

Vielleicht bekommen dann Akteure wie Salim Khelifi oder Mushaga Bakenga eine Bewährungschance, die im laufenden Kalenderjahr selten Berücksichtigung erfahren haben. Letzterer wurde vom norwegischen Pay-TV-Sender „CMore“ via Internet mit dem amtierenden Meister Molde FK in Verbindung gebracht. Bakenga bestätigte zwar, dass er mit seiner sportlichen Situation unzufrieden sei, erklärte aber auch, dass er sich weiterhin im Training empfehlen werde. Arnold kündigt zur Klärung der Angelegenheit an, „dass wir in den kommenden Tagen ein Gespräch mit ihm führen werden“. Der 22-Jährige ist bis Saisonende vom FC Brügge ausgeliehen, ein Wechsel nach Norwegen wäre bis 6. April möglich.
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