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Vier „Löwen“ für Magdeburg

Football: Sonnabend (18 Uhr) kämpfen Kiel und Schwäbisch Hall um die Deutsche Meisterschaft.

Von Daniel Beutler, 05.10.2011

Braunschweig. „Mein Herz schlägt grün-weiß“, sagt Andreas Apitz, besser bekannt als das Lions-Maskottchen Hank, vor dem Playoff-Finale im Football am Sonnabend in Magdeburg. Dort ist er zusammen mit drei anderen Braunschweigern vertreten.

„Aber nur an diesem Abend“, macht Apitz klar, dass die Lions-Fans ihren pelzigen Unterhaltungskünstler nach der eher miserablen Saison nicht verloren haben. „Genauer gesagt, sind das ja auch die Vereinsfarben von Kiel und Schwäbisch Hall“, fügt „Hank“ verschmitzt an. Ein bisschen Neutralität ist für Apitz auch angesagt, wenn er zusammen mit anderen Maskottchen aus der Liga während des German Bowls in Magdeburg für Stimmung sorgen soll. „Ein bisschen schade ist, dass keiner von den Südmannschaften kommt“, bedauert der Braunschweiger. Und Kiel habe noch nicht mal mehr einen „Plüschkollegen“.
Umso mehr vertrauen die Organisatoren auf das Know-how aus der Löwenstadt. „Zum einen spielt da sicherlich die räumliche Nähe eine Rolle, aber auch, dass die Braunschweiger wissen, wie es geht und vom Fach sind“, erklärt Sebastian Günther. Damit ist erklärt, warum neben Hank auch andere Lions in den Spieltag mit eingebunden sind.
Stefan Bubenheim ist der zweite im Bunde. Der Wahlhamburger war jahrelang Stadionsprecher der Braunschweiger Footballer, ehe die Zeit fehlte und er den Posten abgab. Für einen wie Bubenheim, der Football lebt und bei den Spielen gerne seiner Emotionalität freien Lauf lässt, keine leichte Entscheidung. „Deshalb habe ich nicht lange überlegt, als die Anfrage aus Magdeburg kam. Wenn es die Zeit zulässt, immer gerne“, sagt Bubenheim. Die wievielte Deutsche Meisterschaft das sei, die er am Mikrofon begleitet, wisse er gar nicht mehr. „Sieben? Oder zehn vielleicht? Aber das Dutzend will ich voll machen“, sagte Bubenheim zunächst. Später bessert er telefonisch nach: „Ist doch schon mein zwölfter German Bowl.“ Aufhören komme trotzdem nicht in Frage.
Große Pausen darf sich DJ Frankie auch nicht erlauben. Einzig bei den Spielzügen der beiden Finalisten muss er die Stadionlautsprecher schweigen lassen. Ansonsten ziele die Musik nur auf eine Sache ab: Party. „Das ist anders als bei den Lions-Spielen. Da gibt es Party-Musik, wenn der Angriff auf dem Feld ist, um die Punkte zu erleichtern. Wenn die Verteidigung auf dem Platz ist Rock-Musik, damit die Aggressivität stimmt, um Punkte zu verhindern“, berichtet Frankie. Das gehe beim Endspiel nicht. Der Neutralität wegen werde nur punkteträchtige Musik gespielt, die gute Laune macht. Auflagen gibt es dabei nur eine, und die hat sich der DJ selbst gegeben. „Ich will kein Lied doppelt spielen“, nennt er sein ambitioniertes Ziel. „Mal schauen, ob ich das schaffe.“
Vom letzten, genauer gesagt den letzten in der Braunschweiger Delegation hängt derweil alles ab. Walter Wächter kreidet mit zwei Kollegen den Platz. „Es ist aber schon ein komisches Gefühl, dass die Braunschweiger nicht im Endspiel sind“, sagt das Lions-Urgestein. Ansonsten ändere sich nichts. Zwölf gleiche Felder, darauf komme es an. Einflussnahme ausgeschlossen.
Die ist laut Wächter aber auch gar nicht nötig, wenn es um die Frage geht, wer denn Deutscher Meister werde. „Schwäbisch Hall macht es“, ist er sicher. „Aus dem einfachen Grund, dass sie eine wunderbare Saison gespielt haben.“ Zudem gönne er es einem „Südstaatler“, mal wieder Deutscher Meister zu werden. 1993 waren die Munich Cowboys der vorerst letzte Meister aus dem Süden. Nicht zuletzt deshalb sehen die Kollegen von Wächter den Ausgang des Spiels nicht ganz so eindeutig. Alle drei sind sich zwar einig, dass es die Süddeutschen verdient hätten, das Rennen werde aber Kiel machen, befürchten Apitz, Bubenheim und DJ Frankie.
Das Spiel zwischen Kiel und Schwäbisch Hall wird am Sonnabend ab 18 Uhr live auf Eurosport übertragen.
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