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Verteidigung ist die „Überlebensgarantie“

Nicht nur bester Punktesammler (11), sondern auch defensivstark: Derek Needham meldete seinen Gegenspieler Will Cherry (r.) komplett ab. Allstar Cherry beendete die Partie mit null Punkten. Foto: T.A.

Basketball: Das 46:43 gegen Berlin war ein Sieg für die Rekordbücher.

Von Christoph Matthies, 19.02.2016.

Braunschweig. Ein basketballerischer Leckerbissen war es nicht, doch am Ende zählte nur der Sieg. Beim 46:43 (20:24) gegen Alba zeigten die Löwen, wie man ein Spitzenteam mit starker Defense an den Rand der Verzweiflung bringt. In Ulm am Samstag (18.30 Uhr) dürfen es aber trotzdem ein paar Punkte mehr sein.

„Dieses Spiel wird wohl nicht als eines der schönsten in die BBL-Geschichte eingehen“, brachte Löwen-Trainer Raoul Korner auf den Punkt, was viele der 5024 Zuschauer in der VW-Halle wohl ähnlich empfunden hatten. Die Wurfhändchen beider Mannschaften waren so kalt wie der Schnee auf dem Europaplatz, was sich auch in der historisch mageren Punktausbeute niederschlug. Erst einmal erzielten zwei Teams der Basketball-Bundesliga gemeinsam weniger als 89 Punkte – und noch nie war es in der deutschen Eliteklasse gelungen, mit weniger als 49 Punkten ein Spiel zu gewinnen.

Dass es eine Defensivschlacht geben würde zwischen zwei der besten Verteidigungsreihen der Liga, war keine Überraschung. Auch schien der Tabellenzweite aus Berlin nach einer anstrengenden Europapokalreise nach Litauen, von der er erst am Donnerstagabend zurückgekehrt war, nicht ganz auf der Höhe. Und doch: Ein Spitzenteam wie Alba bei 43 Punkten und einer Feldquote von unterirdischen 23 Prozent (Braunschweig: 34 Prozent) zu halten, das braucht schon eine ganz besondere Leistung am defensiven Ende des Feldes. Besonders, wenn man 22 Offensivrebounds des Gegners zulässt.

„Wir wollen die 50 sehen“, stimmten die mitgereisten Berliner Fans leicht spöttisch bereits nach dem dritten Viertel an – ein Gesang, der eigentlich das Knacken der 100-Punkte-Marke fordert. Dass ihr Wunsch nicht wahr wurde, lag nicht zuletzt an der Braunschweiger Zonenverteidigung, mit der die Hauptstädter nicht zurechtkamen. „Wir müssen relativ gut mit unseren Mitteln haushalten. Deshalb ist es unsere Überlebensgarantie, ein Team zusammenzustellen, das vom Kopf her bereit ist zu verteidigen“, betonte Korner erneut die Identifikation seiner Löwen als Defensiv-mannschaft. „Das hat dieses Team verinnerlicht, noch mehr als das Team des letzten Jahres.“

Die schönste Geschichte der Partie schrieb dann der lange Zeit größte Pechvogel: 78 Sekunden vor Schluss traf Keaton Grant seinen ersten Feldwurf. Der Jubel beim Topscorer der BBL war ausgelassen, nachdem er 39 Minuten lang bei 13 Versuchen glücklos geblieben war. Sein Dreier zum 45:43 bedeutete die Vorentscheidung in einer unschönen, aber doch unvergesslichen Partie.
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