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Unicorns stoßen die Lions vom Thron

David McCants erzielte zwei Touchdowns für die Lions, wurde aber zur tragischen Figur, als er beim Versuch den dritten zu erzielen den Ball verlor. (Foto: Fabian Uebe)

In einem packenden, wenn auch nicht schönen Endspiel verlieren die New Yorker Lions am Samstagabend gegen die Schwäbisch Hall Unicorns. Die 13:14-Niederlage macht den Braunschweiger Footballern einen Strich durch die Titelserie. Nach zuletzt vier Deutschen Meisterschaften in Folge kommt der neue Meister aus dem Süden.

Von Daniel Beutler

Braunschweig. In einem packenden Finale haben die New Yorker Lions es verpasst, zum fünften Mal in Folge die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Bei der 13:14-Niederlage gegen die Schwäbisch Hall Unicorns machten die Braunschweiger zu viele Fehler und ließen Chancen ungenutzt. Sie kamen im Berliner Dauerregen nur selten an ihre über die Saison unter Beweis gestellte Effizienz heran. So gelang den Unicorns vor 13.500 Zuschauern im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark die Revanche nach zuvor drei Final-Niederlagen gegen die Lions.

Auf dem schweren Geläuf und mit dem regennassen Spielgerät hatten beide Mannschaft von Beginn an merklich Probleme. Das 39. Endspiel um die Deutsche Meisterschaft sollte zu einem Turnover-Festival werden. Ganze sieben Mal wechselte das Angriffsrecht. Mit zwei gesicherten Fumbles und drei Interceptions hatten die Braunschweiger hier die Nase vorne. Der Angriff um Casey Therriault gab den Ball nur zwei Mal ab. Die Abwehr der Braunschweiger dominierte in der ersten Hälfte, ließ sich nur einmal überrumpeln: Nathaniel Robitaille glich im ersten Viertel für die Haller mit einem spektakulären Fang zum 7:7 aus. Zuvor hatte David McCants aus vier Yards die Führung erzielt. Zu Beginn der zweiten Hälfte legte der Runningback aus zwei Yards nach. Der Extrapunkt misslang allerdings – der Snap kam nicht richtig zu Holder Christian Bollmann, Kicker Tobais Goebel kam gar nicht erst dazu gegen den Ball zu treten. Kurz vor der Pause dann der erste große Fehler: Mit noch Sekunden auf der Uhr und in Reichweite eines Fieldgoals oder gar Touchdowns – genug Zeit für einen Versuch war noch – ließen die Lions die Uhr auslaufen. „Ich hatte nicht im Blick, dass wir noch eine letzte Auszeit hatten. Das war ganz klar mein Fehler“, erklärte Therriault. Lions-Cheftrainer Troy Tomlin derweil wollte seinem Spielmacher keine Vorwürfe machen. „Das kann passieren, es war mein Fehler“, sagte der Head Coach. Mit der ausgelassenen Chance auf Punkte gingen die Lions mit der 13:7-Führung in die Pause.
Nach Wiederanpfiff ging das Fehlerfest weiter. Die Haller wurden jetzt aber stärker, merkten, dass hier die Revanche greifbar ist. Mit einem langen Pass über 70 Yards auf Tyler Rutenbeck gingen die Unicorns in Führung. Dabei hatten die Lions gegen den extrem schnellen US-Amerikaner extra ihren schnellsten Mann gestellt: Nathaniel Morris, eigentlich Passempfänger, spielte am Samstag auch als Passverteidiger. Diesem Rückstand liefen die Lions bis zum Ende hinterher, hatten aber Chancen das Spiel wieder zu drehen. Nur die vielen Fehler verhinderten dies. McCants verlor zwei Yards vor der Unicorns-Endzone den Ball, drei Fieldgoal-Versuche von Kicker Goebel scheiterten. Zwei davon wurden sogar geblockt. „Wir hatten wie schon im Halbfinale Probleme mit dem Kicking-Game. Wir wissen nicht, woran es liegt“, haderte Tomlin. So ließ der Titelverteidiger ganze 17 Punkte fahrlässig liegen. Das egalisierte die Spielanteile, von denen die Braunschweiger deutlich mehr hatten. Beispiele: Hall erzielte nur neun First Downs – die Braunschweiger kamen auf 24. Die Lions erzielten auf dem Boden 216 Yards Raumgewinn, die Unicorns nur 39 Yards. Die Braunschweiger hatten den Ball etwas mehr 33 Minuten in ihrem Besitz, die Süddeutschen nur knapp 15 Minuten. Am Ende gingen die Unicorns aber nicht unverdient als Sieger vom Platz – weil sie effizienter waren.
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