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„Tragt bloß nicht so dick auf!“

Ulrich Everling schreibt seit 40 Jahren für die nB Sportberichte – Heute wird er 80 Jahre alt.

Von Martina Jurk, 18.11.2012

Braunschweig. Hinter dem Kürzel „ue“ verbirgt sich Ulrich Everling. Seit 40 Jahren schreibt er als freier Mitarbeiter für die neue Braunschweiger. Sportberichte, was sonst? Sport ist der
rote Faden, der sich durch sein Leben zieht. Bis heute.

80 Lebensjahre, da kommt einiges zusammen an Erlebtem, an Erfahrungen, an Erfolgen, aber auch an persönlichen Nackenschlägen. Würden wir alles erwähnen wollen, was Uli im Sport, im Beruf und im Ehrenamt bisher geleistet hat, könnten wir eine nB-Ausgabe damit füllen. „Tragt nicht so dick auf“, bat er uns. Und genau das ist charakteristisch für Uli Everling. Bescheidenheit – einfach machen und gut. Sich nicht so wichtig nehmen, sich nie in den Vordergrund drängen –, „das können andere besser“. Und immer einen Scherz aus dem Ärmel schütteln. Gerade und unkompliziert.
Uli Everling ist Handballer, Basketballer, Tennisspieler und Leichtathlet. Als Elfjähriger lernte er die Leichtathletik-Legende Rudolf Harbig kennen. „Das hat mir Schwung gegeben“, erzählt Everling. Der hält bis heute an. Und es sind immer die Episoden, die er gern zum Besten gibt. „Nach dem Krieg war Schwimmen im Bürgerpark für Vereinsmitglieder kostenlos.“ Nur deshalb habe er sich in der Schwimmabteilung Eintrachts angemeldet. „Nicht schreiben“, schiebt er nach. Obwohl er genau weiß, dass diese Geschichten die Würze in jedem Artikel sind. Uli Everling ist auch Journalist. Er volontierte bei einer mehrsprachigen Fachzeitung, war sogar Lehrgangsleiter für Rhetorik, arbeitet seit 60 Jahren als freier Redakteur bei Zeitungen, Zeitschriften, Informationsdiensten und Werbeagenturen. Zusammen mit Kurt Hoffmeister erhielt er den Autorenpreis der niedersächsischen Sportbibliothek Hoya. Er hat an mehreren Broschüren über den Braunschweiger Sport mitgearbeitet. Seit 35 Jahren ist Everling Pressewart des Stadtsportbundes.
Als gebürtiger Braunschweiger sorgte er dafür, dass es nach Kriegsende auch sportlich in der Stadt aufwärts ging. So war er Geburtshelfer der Basketball-Abteilungen bei Eintracht und im Post SV Blau-Gelb sowie des Kreisfachverbandes Basketball. Neben vielen Ehrenämtern im Sport (Fachverbände, Stadtsportbund, Pressewart, Abteilungsleiter, Trainer, Schiedsrichter) war Everling auch als Aktiver erfolgreich. Er war der erste Braunschweiger Basketball-Nationalspieler, holte später mit der Senioren-Nationalmannschaft WM-Bronze in Montevideo (Uruguay). Der Sportsmann wurde niedersächsischer Jugendmeister im Weitsprung und in der 4x100-Meter-Staffel, Deutscher Mannschafts-Vereinsmeister mit Eintracht. Mit den Eintracht-Senioren wurde er Niedersachsenmeister im Tennis und stieg in die höchste deutsche Spielklasse, in die Regionalliga auf. Wen wundert’s, dass Uli Everling 40 Mal die Bedingungen für das goldene Sportabzeichen erfüllt hat. „Meine Frau hat das bereits 48 Mal geschafft“, sagt Uli anerkennend. Kennengelernt haben sich die beiden bei der Leichtathletik.
Fast könnte man meinen, dass für einen „normalen“ Job gar keine Zeit mehr blieb. Uli Everling hält mit 32 Jahren als Exportkaufmann bei Siemens dagegen, mit zehn Jahren als Schöffe an Amts-, Land- und Verwaltungsgerichten, mit insgesamt 60 Jahren Ehrenamt. Dafür erhielt er vielfach Anerkennung, 2007 mit der Sportmedaille der Stadt.
Langsam versucht er, etwas kürzerzutreten und Jüngeren den Vortritt zu lassen. Die Betonung liegt auf „Versuch“, und Jüngere finden sich wenige. Deshalb hat er sich „breitschlagen“ lassen, noch mal zwei Jahre im Stadtsportbund die Pressearbeit zu machen. Keine Kompromisse geht er bei der sportlichen Bewegung ein. „Ein- bis zweimal in der Woche jeweils Basketball und Tennis-Doppel müssen sein.“ Punkt.
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