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Torsten Lieberknecht: „Kollektiver Blackout und Nackenschlag“

Enttäuscht nach der derben Niederlage in Bielefeld: Saulo Decarli und Mirko Boland. Foto: SH

Eintracht nach 0:6 gegen Bielefeld in der Relegation – Sonntag gegen Absteiger Karlsruhe.

Von Elmar von Cramon, 16.05.2017.

Braunschweig. Der Schock saß tief. Nach dem 0:6 gegen Arminia Bielefeld bestehen für Eintrachts Zweitliga-Fußballer nur noch theoretische Chancen, direkt in die 1. Bundesliga aufzusteigen.
Die Blau-Gelben hatten beim Debakel auf der Alm alles vermissen lassen, was sie am Montag zuvor gegen Union Berlin noch ausgezeichnet hatte. Kampfkraft, Entschlossenheit und Selbstvertrauen strahlten nur die Ostwestfalen aus, die sich durch den Sieg gute Chancen auf den Klassenerhalt erarbeiteten. Das einzig Positive für die Löwen war die Tatsache, dass die Teilnahme an der Relegation durch die Niederlage von Union Berlin gegen Heidenheim endgültig gesichert ist.

„Ein kollektiver Blackout und Nackenschlag, der uns wie geprügelte Hunde nach Hause fahrenlassen hat“, machte Torsten Lieberknecht nach der Spielanalyse mit der Mannschaft zu Wochenbeginn keine Mördergrube aus seinem Herzen. Mit der gleichen Tordifferenz hatten die Löwen auf der „Alm“ letztmals beim 1:7 in der Saison 1985/86 verloren. Unter Lieberknechts Regie traten die Eintracht-Fans ihren Heimweg bislang nur einmal ähnlich konsterniert an, als die Mannschaft 2013 mit 1:5 beim FC St. Pauli verloren hatte. Damals hatten die Blau-Gelben ihr Erstligaticket aber schon gelöst; dies ist jetzt wohl nur noch per Relegation machbar.
Kommenden Samstag fällt die Entscheidung, ob von Bundesligaseite der VfL Wolfsburg, der Hamburger SV oder der FC Augsburg in die „Verlängerung“ müssen. An einen direkten Aufstieg verschwendet der 43-Jährige derweil keinen Gedanken. „Diese Chance ist so klein, dass man gar nicht darüber zu reden braucht. Wir haben es über die Relegation selbst in der Hand“, erklärt der Fußball-Lehrer und verspricht, dass er und seine Mannschaft alles daran setzen werden, den Aufstieg auf dieser Weise doch noch zu schaffen: „Genau wie die Fans waren wir nach dem Spiel in Bielefeld alle enttäuscht. Dennoch sind wir bereit aufzustehen und wissen, dass wir nun ein Paket von drei Spielen vor uns haben und das Ziel am Ende noch erreichen können.“
Als erstes wartet nun der Karlsruher SC auf die Lieberknecht-Elf, der nach einer desolaten Spielzeit bereits als Absteiger feststeht: „Der Verein steht nach dem verpassten Bundesligaaufstieg vor zwei Jahren nun vor einem tiefen Einschnitt. Am Sonntag werden jene Spieler eine Chance bekommen, die auch in der dritten Liga für den KSC auflaufen sollen.“
Die Partie sieht der Eintracht-Trainer als Chance zur Wiedergutmachung für die herbe Pleite gegen Bielefeld, gleichwohl auch als guten Testlauf für die mit äußerster Wahrscheinlichkeit bevorstehende Relegation: „Wir haben noch nie zwei Spiele hintereinander verloren und wollen gegen den KSC einen guten Auftakt in die letzten drei Saisonspiele hinlegen. Wir werden am Sonntag alles in die Waagschale werfen.“
Für die Partie werden Marcel Correia (Reha), Phil Ofosu-Ayeh (Knieprobleme) und Adam Matuschyk (muskuläre Probleme) sicher ausfallen. Auf der Kippe steht Joseph Baffo (Adduktorenzerrung), der für die Relegation ebenso wie Max Sauer (Sprunggelenksverletzung) jedoch eventuell wieder zur Verfügung stehen könnte.
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