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Tobias Rau: Eintracht wollte mich zurückholen

Die beiden ehemaligen Eintracht-Profis Thomas Pfannkuch und Tobias Rau mit Thilo Götz und Dirk Schaper. Foto: jd

Fußball: Emotionaler Rückblick in die 90er Jahre von zwei ehemaligen Braunschweiger Profis bei „Thilos Talk“.

Von Jonas Dräger, 08.02.2015.

Braunschweig. Thomas Pfannkuch und Tobias Rau lieferten rund 70 Eintrachtfans bei „Thilos Talk“ einen emotionalen Rückblick in die 90er Jahre ihres Vereins und offenbarten einige unbekannte Details aus ihrer Lebensgeschichte.

„Eintracht hat zu meiner Zeit in Bielefeld versucht, mich wieder zurückzuholen.“ Dieser Satz von Tobias Rau faszinierte die anwesenden Fans ganz besonders. Der ehemalige Eintrachtprofi, der mit dem FC Bayern die Deutsche Meisterschaft holte und sogar in der Nationalmannschaft spielte, hatte in den vergangenen Jahren Schlagzeilen gemacht, nachdem er sich dazu entschieden hatte, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen und stattdessen ein Lehramtsstudium zu beginnen.
„Torsten Lieberknecht und mein Berater hatten damals Kontakt und ich hätte gerne auch für wenig Geld meine Karriere bei der Eintracht beendet“, berichtet er ganz trocken. Woran der Transfer letztlich gescheitert ist, vermag Rau nicht zu sagen. Nach einer deutschen Meisterschaft beim FC Bayern München und einer schweren Verletzung wechselte er zu Arminia Bielefeld in die 3. Liga. „Für mich war das kein Rückschritt, schließlich war dort sicher, dass ich spielen werde“, betont Rau diesen Schritt. Wie sehr er aber noch an der Eintracht hängt, ist bei jedem seiner Sätze zu spüren. „Wie WIR 2013 den Aufstieg geschafft haben, dass WIR wieder abgestiegen sind …“. Rau spricht, als wäre er noch immer ein Teil des Teams, eben ein echter Löwe.
Deutlich zurückhaltender ist er beim Thema FC Bayern. So verwundert es schon, dass er ausgerechnet Ulli Hoeneß als einen sehr ehrlichen Menschen lobt, aber betont, dass man bei anderen Personen durchaus auf die Wortwahl achten muss. Wen er dabei genau meint, möchte er nicht sagen. Verständlich. Rau ist dafür bekannt, während der Karriere stets ein ruhiger Charakter gewesen zu sein. Aufgrund seines frühen Rücktritts vom Profifußball munkelten viele Kritiker, er wäre in ein psychisches Loch gefallen und hätte sich daher zurückgezogen. „Ich habe zum damaligen Zeitpunkt lange über die Zukunft nachgedacht. Sicherlich gab es einen mentalen Verschleiß und die Verletzungen haben in die Überlegungen mit reingespielt“, analysiert er. Letztlich war das Studium aber eine Entscheidung des Herzens. „Studieren war immer mein Plan A. Dass ich im Profifußball so erfolgreich werde, hatte ich nie erwartet“, sagt er.
Nicht ganz so emotional, aber trotzdem stark mit der Eintracht verbunden, ist sein ehemaliger Teamkollege Thomas Pfannkuch. Er hat den Abstieg aus der 2. Bundesliga 1993 selbst miterleben müssen und durfte danach mit den Löwen durch die Oberliga und Regionalliga fahren. „Das war ja absolut keine schlechte Zeit, schließlich sind wir am Saisonende fast immer auf dem zweiten Tabellenplatz gewesen. Nur hat das nie zum Aufstieg gereicht“, erinnert sich Pfannkuch. Viele Anekdoten kann er aus einer scheinbar längst vergangenen Zeit der Eintracht erzählen. Lediglich drei Mitarbeiter gab es damals auf der Geschäftsstelle und statt eines Mentalcoaches nutzten die Spieler lieber das ein oder andere kühle Bier bei Conny, um wieder klare Gedanken zu fassen. Kaum denkbar im heutigen Profialltag. Auf die Frage, welches Spiel ihm in seiner Karriere am besten in Erinnerung geblieben ist, muss er nicht lange überlegen. Unter großem Applaus nennt er den 3:2-Erfolg im Derby gegen Hannover vom 30. August 1996.
Im Anschluss gaben beide Spieler noch ordentlich Autogramme, standen parat für die berühmten „Selfies“ und quatschen ein wenig mit den Fans. Für die Moderatoren Thilo Götz und Dirk Schaper war der Abend absolut gelungen. Mehr als 150 Euro haben sie für die Eintracht-Damenmannschaft gesammelt und für viele emotionale Höhepunkte gesorgt. Und die nächste Talkrunde ist schon geplant.
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