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Tennis und Slapstick-Einlagen

Volkswagen Senior Classics: Fünf ehemalige Stars der Tenniswelt boten beste Unterhaltung.

Von Daniel Beutler, 28.06.2009

Braunschweig. Unterhaltsamer kann man nicht in ein Tennisturnier starten: Fünf ehemalige Stars der Tenniswelt traten gestern bei den Volkswagen Senior Classics der Nord/LB-Open zu Show-Matches an, die allerbeste Unterhaltung boten. Sowohl bei den Ballwechsel, als auch den komödiantischen Einlagen, zeigten sie, dass sie noch nicht zu den alten Eisen gehören.


Thomas Muster und Mats Wilander eröffneten mit einem Einzel die Volkswagen Senior Classics. Und die waren, trotz bedrohlich dunkler Wolken über dem Center Court, gut besucht. Nicht zuletzt auch deshalb sprach Muster vom „besten Challenger-Turnier überhaupt“ und bot sein Wiederkommen für das nächste Jahr gleich mit an.
Zwei mal trafen Wilander und Muster als aktive Profis bisher aufeinander. Beide Partien gewann Wilander. Gestern aber konnte Muster, der der erste und bisher einzige Weltranglistenerste aus Österreich ist, Revanche nehmen. Mit 6:4 und 6:4 gewann er gegen den Schweden. Dabei zeigte Muster gewohnt agressives Tennis, spielte viele schnelle, harte Bälle, während Wilander eher versuchte, mit platzierten Bällen den 42 Jahre alten Kontrahenten zu ermüden. Der Plan ging nicht auf, und auch Musters zahlreiche Entertainment-Einlagen, brachten ihn nicht von der Gewinnerstraße ab. Egal, ob er Ballkinder erschreckte oder mit den Zuschauern seine Späße machte, er blieb spielbestimmend und war am Ende der verdiente Sieger.
Nur eine kurze Pause war Thomas Muster dann gegönnt, bevor er im Doppel an der Seite von Turnierdirektor Carl-Uwe Steeb gegen Henri Leconte und Mansour Bahrami antreten musste. Muster und Steeb gewannen den zuvor ausgehandelten „langen Satz“ mit 8:7. Aber in der Zuschauergunst waren Bahrami und Leconte die klaren Sieger. Während Steeb und Muster zwar jeden Spaß mitmachten, waren die anderen beiden die weitaus Aktiveren. Fast schon slapstick-artig bewegten sie sich teilweise über den Platz, stecken ihre Schläger in die Hose, spielten die Bälle auf einem Stuhl sitzend zurück und gaben in gebrochenem, aber gut verständlichem Deutsch, Kommentare ab. So erinnerte Mansour wiederholt seinen Partner daran, dass der Ball „über das Netz“ muss, oder sie brachten die Gegner mit Tiergeräuschen aus dem Konzept.
Trotz dieser Einlagen wurde den Zuschauern auch Spitzentennis geboten. Minutenlange Ballwechsel am Netz und spektakuläre Schläge eines 52 Jahre alten Bahramis, der immer wieder in seine sehr tiefe Trickkiste griff. Der gebürtige Iraner wollte trotz des Spaßes auf dem Platz aber auch mahnen. Mit einem grünen Tuch an seinem Handgelenk spielend, äußerte er stillen Protest an den derzeitigen Geschehnissen in seinem Heimatland.
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