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„Team und Fans sind eine große Familie“

2. Fußball-Bundesliga: Eintracht-Neuzugang Randy Edwini-Bonsu kehrt an Weihnachten nach Kanada zurück.

Von Elmar von Cramon, 14.12.2011

Braunschweig. „Ich freue mich sehr darauf, meine Familie an Weihnachten wiederzusehen. Mit einem Vertrag bei Eintracht nach Kanada zurückzukehren, ist eine ganz große Sache für mich“, freut sich Randy Edwini-Bonsu auf seine drei Geschwister Kofi, Martin und Nana sowie seine Eltern, die aus dem ghanaischen Kumasi nach Edmonton ausgewandert waren.

Zuerst hatte sein Vater den Weg nach Nordamerika gefunden, um sein Architekturstudium zu beenden. Randy folgte im Alter von elf Jahren in die Provinz Alberta und musste sich erst mal zurechtfinden. Mit der legendären Eishockeybegeisterung konnte er zunächst nicht so viel anfangen: „Eishockey bedeutet für die Kanadier beinahe alles, so ähnlich wie Fußball für die Brasilianer.“ Mittlerweile ist er glühender Anhänger der Edmonton Oilers, die bereits fünfmal den Stanley-Cup gewannen.
Neben Wintersporteuphorie bekam der 21-Jährige auch die Schattenseite der kalten Jahreszeit zu spüren „Vor zwei Jahren war Edmonton die zweitkälteste Stadt der Welt“, erinnert sich der kleine Angreifer an den 14. November 2009, als gefühlte -58,4 Grad Celsius gemessen wurden.
Statt Wintersport begeisterte ihn aber von Anfang an das runde Leder, auch wenn er bis 2004 noch nie in einer Mannschaft Fußball gespielt hatte: „Ein Freund nahm mich mit zum Training, dann bin ich dem Klub beigetreten“. Sein Talent fiel prompt den Talentsichtern des Verbandes auf, kurze Zeit später war er Juniorennationalspieler und wechselte 2007 nach Frankreich zum FC Metz: „Ich kann nicht glauben, wie schnell das alles ging“, blickt Edwini-Bonsu auf den „Raketenstart“ seiner Karriere zurück. Nach zwei Jahren in Metz kehrte er für seinen Schulabschluss nach Kanada zurück, trat fortan für die Vancouver Whitecaps an und absolvierte sogar ein A-Länderspiel.
Im vergangenen Sommer nahm er dann ein Angebot vom finnischen Zweitligisten AC Oulu an, wo er sich mit 16 Toren für den Vertrag bei Eintracht empfahl: „Das Niveau dort ist nicht so hoch wie in Deutschland, Oulu könnte in der dritten Liga aber mithalten“, erklärt er die Leistungsunterschiede.
Nach seinem Probetraining und dem überzeugenden Auftritt gegen Werder Bremen war er begeistert von dem, was er in der Löwenstadt vorfand: „Alle haben mir bei der Eingewöhnung geholfen. Vom ersten Tag an habe ich gemerkt, dass Team und Fans eine große Familie sind.“ Auch der Austausch mit seinen Nationalmannschaftskollegen Adam Straith und Julien Latendresse (beide Energie Cottbus) trug dazu bei, den Schritt nach Deutschland zu wagen.
Seine Wurzeln wird er jedoch nie vergessen und engagiert sich in seiner Heimat bei jährlichen Besuchen mit Sachspenden. Zwar weilt er diesem Jahr zu Weihnachten viel weiter nördlich, dennoch kommen die Menschen in seinem Heimatort in den Genuss eines „Christmas Dinners: „Ihre guten Wünsche und Gebete haben mir auf meinem Weg geholfen“, möchte der neue Eintracht-Stürmer seiner Dankbarkeit Ausdruck verleihen.
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