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„Team ist in allen Bereichen ans Limit gegangen“

2. Fußball-Bundesliga: Die nB sprach mit Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht über den vorzeitigen Aufstieg und den Rest der Saison.

Von Elmar von Cramon, 01.05.2013.


Braunschweig. Mit Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht sprach die nB über das Erreichen des Aufstiegs, die beeindruckenden jüngsten Tage und den weiteren Saisonverlauf.

?Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg in die 1. Bundesliga. Wie sehen Sie diesen unglaublichen Erfolg in den ersten Tagen danach?

!Ich sehe das große Ganze als unglaubliche Geschichte an. Es ist aber nicht unbedingt das oft angesprochene Wunder, wir haben das Ganze ja seit dem zweiten Spieltag relativ souverän gemacht. Ich freue mich jedenfalls für jeden einzelnen meiner Jungs, die Fans, alle anderen, die immer dabei sind und natürlich für die ganze Stadt Braunschweig. Jahrelang war das Erreichen der 2. Liga die größte Sehnsucht, von so einem Wahnsinnserfolg haben wir nicht mal zu träumen gewagt.

?Beschreiben Sie ihre Emotionen kurz vor dem Abpfiff und den Moment, als Damir Vrancic den Freistoß zum Aufstieg verwandelte?

!Dir schießen in so einem Moment unglaublich viele Gedanken durch den Kopf. Ich dachte: „OK, Damir hat die Erfahrung, es ist seine Entfernung und er ist als guter Freistoßschütze dazu in der Lage, zu treffen.“ Als man sah, wie er gegen den Ball trat und die Flugbahn klar war, wussten wir alle, „Der ist drin!“ Natürlich wurden die weiteren zwei Minuten Nachspielzeit zur Qual. Nach dem Abpfiff bin ich für einen Moment ziellos in die Katakomben gerannt und habe dann realisiert, dass ich zum Feiern wohl eher auf den Platz sollte (lacht).

?Welcher Moment war nach dem Abpfiff am Schönsten?

! Nach dem Schlusspfiff fiel eine unglaubliche Last von mir ab. Es war die pure Erleichterung, weil ich wusste, dass meine Mannschaft in dieser Saison in allen Bereichen ans Limit gegangen war und wir den entscheidenden Moment jetzt endlich erreicht hatten. Je früher desto besser, angesichts des anspruchsvollen Restprogramms. Ich fand es unglaublich schön, zu sehen, dass alle in den Momenten purer Freude authentisch geblieben sind.

? Wann haben Sie in dieser Saison zum ersten Mal realisiert, dass der große Erfolg zu packen ist?

!Letztlich gab es dafür kaum Zeit, weil man als Trainer immer mit der Vor- und Nachbetrachtung der Spiele beschäftigt ist. Im Winter wurde die Konfrontation mit dem Thema allmählich massiver, ich war gespannt, wie die Mannschaft damit umgeht. Nach dem Sieg gegen Paderborn war ich unglaublich beeindruckt, weil die Jungs nicht nur ein Zeichen an die Konkurrenz, sondern auch an mich gesendet haben, dass sie es wirklich packen wollen.

?Worauf freuen Sie sich am meisten in der 1. Bundesliga?

! Zuerst mal auf die Vorbereitung und den Spielplan. Das mag lapidar klingen, doch wenn man die Ansetzungen sieht, bekommt man vor Augen geführt, dass wir zu den 18 besten Teams zählen. Wir freuen uns auf die ganze Saison, auch wenn wir wissen, dass es keine Erlebnistour oder ein Wellnessurlaub wird. Mannschaft, Verein und Fans können nächste Spielzeit eine Menge lernen. Ich freue mich auch auf die Momente, die knallhart einschlagen werden: So was kann entweder eine Niederlage oder ein Sieg sein, mit dem niemand rechnet .

?Wie gehen Sie den Rest dieser Spielzeit an?

!Wir werden die Saison aus Respekt vor den Konkurrenten anständig zu Ende spielen. Ich werde die Spiele aber definitiv für personelle und taktische Experimente nutzen. Das kann zwar auch mal danebengehen, letztlich kann uns den Aufstieg nun aber niemand mehr nehmen.

? Was wünschen Sie sich für die große Feier am Pfingstmontag?

!Eigentlich würde ich gerne den Mainzer Karneval mit einer Million Besuchern toppen (lacht). Für den Anfang wäre es aber schön, wenn zumindest ganz Braunschweig also 250 000 Menschen auf den Beinen wären. Es wäre toll, wenn die Leute von dem Tag später genauso erzählen wie vom Meistertitel 1967. Alle Braunschweiger sollen diesen Tag genießen, und in ein paar Jahren erzählen können „Ich war dabei!“
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