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Suche nach verborgenem Talent

Football: Bei einem offenen Training fahndeten die Braunschweig Lions nach neuen Spielern.

Von Daniel Beutler, 18.11.2009.

Braunschweig. Auf der Suche nach verborgenen Talenten haben die Braunschweig Lions vor zwei Wochen ein offenes Probetraining veranstaltet. Wie damals schon bei der Suche nach einem neuen Kicker, schickte die nB wieder Autor Daniel Beutler ins Rennen. Und der war motiviert, die Chance auf einen Platz im Team nicht schon wieder ungenutzt zu lassen.

Die erste Möglichkeit, zu den „Braunschweiger Football-Heros“ zu stoßen, als Nachfolger von Kicker Steffen Dölger, ging daneben. Zwei Monate vor dem Try-out sprang beim Handball meine Kniescheibe im Schussbein raus. So angeschlagen schwanden schnell alle Hoffnungen auf den großen Ruhm. Zum Glück, wie man im Nachhinein sagen muss, denn mit Tobias Goebel wurde ein sehr guter Ersatz gefunden.
Jetzt, zwar mit Kniebandage, aber topfit, hält mich niemand auf. Da war ich mir sicher. Diesmal hieß das Ziel aber nicht Kicker zu werden, sondern Wide Receiver. Also geselle ich mich zur Gruppe der angehenden Passempfänger. Der einstige Lions-Wide-Receiver Jörg Heckenbach leitet die Gruppe an. Erste Aufgabe: Ein 40-Yard-Sprint. Fabulöse 5,06 Sekunden brauche ich dafür und mein erster Gedanke: „Hey, die Profis in Amerika sind nur eine halbe Sekunde schneller.“ Aber es folgt Ernüchterung: Es sind eigentlich nur 32 Yard. Also doch ziemlich langsam. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Lauf-Drills und es wird deutlich: Der neue Star-Wide-Receiver der Lions wird ein langsamer sein.
Dann steht Hochsprung aus dem Stand an. Da kann nichts schief gehen. Bei einer Größe von 208 Zentimetern sollte keiner höher anschlagen als ich. Aber, und das war der Punkt der Erkenntnis, einer schaffte es doch. Meine Höhe von 3,06 Metern wurde übertroffen. Ich merke zunehmends: Mein Talent liegt sehr, sehr tief verborgen. Ich versuche Coach Heckenbach zu überreden, meine Ergebnisse durch Fabel-Werte zu ersetzen. Aber weil bis heute kein Anruf vom Trainerstab kam, hat er das wohl nicht gemacht. Gleichzeitig steigt der Respekt vor den Spielern der Lions, die als Amateure so fit sind. Anders als beim Fußball, wo die Theken-Weisheit „Das kann ich besser“ fast immer stimmt, gilt das beim Football nicht.
„Das Probetraining war ein Erfolg. Wir haben einige Spieler gesehen, die Potenzial haben“, fasst Lions-Coach Maik Mauer zusammen. Ein weiteres Mosaik in dem großen Bild, das der Trainerstab für 2010 baut. Mehr Spieler aus der Region und mehr Leidenschaft sollen den Erfolg bringen. Ob das mal ohne den langsamen Star-Passempfänger gut geht?
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