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Stadionmiete soll sinken

Dienstag berät der Finanz- und Verwaltungsausschuss über Vorschlag.

Von Elmar von Cramon, 30.05.2010

Braunschweig. Die Stadt will dem Fußball-Drittligisten Eintracht ab der kommenden Spielzeit finanziell entgegenkommen. Künftig sollen die Nutzungskosten des von der Stadthallen GmbH betriebenen Eintracht-Stadions statt 524 000 Euro nur noch 285 000 Euro betragen. Der Finanz- und Verwaltungsausschuss muss darüber kommenden Dienstag entscheiden.

Der Verein hatte nach fristgerechter Kündigung eine Neuverhandlung der Konditionen erbeten und mit Hinweis auf die deutlich geringeren Nutzungskosten vieler Konkurrenten von einem Wettbewerbsnachteil gesprochen. Die Verwaltung entschloss sich, dieser Auffassung zu folgen, die Ratsfraktion der SPD will dem Vorschlag jedoch nur zustimmen, wenn im Gegenzug auch mehr Geld für Schulen und Kindergärten zur Verfügung gestellt wird.
Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann: „Ich halte nichts davon, zwei nicht zusammenhängende Sachverhalte so zu verkoppeln. Entweder ist man für die Eintracht-Unterstützung oder nicht. Und was die Schulkindbetreuung betrifft, so haben wir schon viel gemacht und wollen weiter viel machen. Ich erwarte jetzt aber vor allem auch – wie alle anderen Bürgermeister – von der Bundesebene, dass sie uns stärker bei dieser nationalen Aufgabe hilft. Wie jetzt die Beratungen nach dem überraschenden Vorstoß der SPD weitergehen, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es auch in den Mehrheitsfraktionen natürlich kritische Stimmen zu diesem Thema gibt, die jetzt stärker werden könnten. Man muss die Fraktionsberatungen am Montag abwarten. Hoffentlich hat sich die Eintracht nicht zu früh gefreut.“ Hoffmann möchte den Traditionsverein als „Aushängeschild der Stadt“ finanziell entlasten und auch dessen „kluge und solide Finanzpolitik honoriert wissen“.
Sollte Eintracht den Aufstieg in die 2. Liga schaffen, würde sich die Pacht zwar wieder auf dann 430 000 Euro erhöhen, was für den Verein wegen der deutlich größeren TV-Gelder aber zu verschmerzen wäre. Eintrachts sportlicher Leiter Marc Arnold zeigte sich sehr zufrieden über den Ausgang der Verhandlungen: „Wir sind sehr froh, dass die Gespräche zu einem positiven Ende geführt haben. Die Senkung der Stadionmiete ist ein wichtiges Signal der Stadt.“ Gleichzeitig gab der Verein allerdings bekannt, dass die Eintracht-Fans ab der kommenden Saison mit empfindlichen Preiserhöhungen für den Stadionbesuch rechnen müssen: Künftig kostet ein Sitzplatz im Vorverkauf 1,50 Euro mehr, Stehplätze werden um einen Euro teurer. Im Vorverkauf kommen jeweils weitere 50 Cent dazu.
Die Mehreinnahmen durch die reduzierte Stadionmiete und die Preiserhöhung im Ticketverkauf kommen laut Arnold jedoch ausschließlich der wirtschaftlichen Konsolidierung des Vereins zugute: „Es ist nicht so, dass wir damit große Sprünge auf dem Transfermarkt machen könnten oder werden. Der finanzielle Rahmen ist nach wie vor eng. Zudem wollen wir den von uns eingeschlagenen Weg der Nachwuchsförderung nicht vernachlässigen.“
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