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„Spieler waren leidenschaftlich“

Stand überraschend in der Startelf: Gerrit Holtmann. Foto: SH

2. Fußball-Bundesliga: Torsten Lieberknecht bejubelte mit den Eintracht-Fans den 4:2-Sieg.

Von Elmar von Cramon, 28.04.2015.

Braunschweig. Noch vor seiner Mannschaft machte sich Torsten Lieberknecht nach dem Abpfiff auf den Weg in die Südkurve, um sich bei den Eintracht-Fans zu bedanken und gemeinsam mit ihnen den spektakulären 4:2-Sieg über Erzgebirge Aue zu bejubeln.

„Ich muss jedem Einzelnen ein Lob zollen, wie sie das Spiel an diesem Montag gedreht haben und für sich entscheiden konnten“, jubelte der Eintracht-Coach, den vor der Partie mit dem Ausfall von Havard Nielsen (Halswirbelprobleme) ein weiterer personeller Rückschlag ereilt hatte.
Einmal mehr entpuppte sich der 41-Jährige jedoch als Taktikfuchs und konnte sich am Ende darüber freuen, dass sowohl seine Umstellungen, als auch seine Einwechslungen fruchteten: Jan Hochscheidt absolvierte eine starke Partie in vorderster Front, Gerrit Holtmann gelang ein Superdebüt, während sich Emil Berggreen und Marc Pfitzner über ihre Jokertore freuen konnten.
Auch Lieberknecht hatte an der Außenlinie alles gegeben, sich leidenschaftlich beim vierten Offiziellen und Schiedsrichter Robert Kemptner über Fehlentscheidungen beschwert und in der Schlussphase die Haupttribüne animiert, seine Mannschaft noch intensiver nach vorne zu peitschen: „Für beide Trainer war es Schwerstarbeit, sich auf ständig neue Gegebenheiten einzustellen“, so Lieberknecht, der seine Mannschaft trotz Rückstandes und des Platzverweises für Max Sauer als Sieger vom Platz gehen sah: „Unsere Spieler haben das fantastisch umgesetzt und sich leidenschaftlich gezeigt“, lobt er seine Akteure, die sich gegen ein starkes Erzgebirge-Team zum Sieg fighteten: „Nach unserer 1:0-Führung hat Aue ein Klassespiel gezeigt, wir haben gesehen, was sie auszeichnet“, so der Eintracht-Trainer.
Gästecoach Tommy Stipic bemängelte den Leistungsabfall seiner Mannschaft im zweiten Durchgang und zollte dem Siegeswillen der Eintracht-Kicker Respekt: „Wir sind in der ersten Halbzeit sehr mutig aufgetreten, und wollten auch nach der Pause weiterhin nach vorne spielen. Später hatten wir keinen Zugriff mehr im Abwehrverhalten und waren bei eigenem Ballbesitz nicht mehr mutig genug. Kompliment an die Braunschweiger, die in Unterzahl so zurückgekommen sind. Das passiert nicht alle Tage.“
„In der zweiten Halbzeit war das ein sehr gutes Spiel von uns, mit Wille, Kampf und Leidenschaft“, zeigte sich Kapitän Ken Reichel nach der spektakulären Partie gegen Aue zufrieden. „Unerklärlich schlecht“ habe sein Team nach der Blitzführung gespielt und deshalb zur Pause verdient zurückgelegen: „Wichtig war, dass wir uns in der Halbzeit noch mal sammeln und motivieren konnten“, so der gebürtige Berliner, der den „Hexenkessel Eintracht-Stadion“ lobte: „Wir haben die Fans mit unserer Spielweise mitgenommen, man sieht, was hier möglich ist.“
Lob hatte Reichel für Debütant Gerrit Holtmann parat („Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht“) und freute sich außerdem über die späte Elfmeterpremiere seiner Mannschaft in dieser Spielzeit: „Ich denke, wir haben in dieser Saison schon eindeutigere Elfmetersituationen gehabt, wussten aber, dass wir irgendwann noch mal einen bekommen. Pfitze hat ihn eiskalt reingemacht.“ Für die restlichen Begegnungen fordert der 28-Jährige nun, „alles zu geben, unsere Spiele zu ziehen und dann sehen, was dabei rauskommt.“
Angesichts des erneuten Heimsieges hadert Torschütze Hendrick Zuck umso mehr mit der 1:2-Niederlage gegen Aalen: „Man ärgert sich, wenn man auf die Tabelle schaut. Speziell, weil wir gegen einige Mannschaften von unten nicht so gut ausgehen haben. Das müssen wir ändern“, so der 25-jährige Leihspieler, der sich mit zwei Toren in den vergangenen beiden Heimspielen wärmstens für eine Festverpflichtung empfahl. Die Restchancen auf Platz drei beurteilt er optimistisch: „Wir haben es nicht selbst in der Hand, aber im Fußball ist alles möglich. Wir müssen alles gewinnen und hoffen, dass sich die anderen Teams gegeneinander Punkte abnehmen.“
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