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Spieler verdienen weniger Geld

Fußball: Eintracht-Präsident Sebastian Ebel im Gespräch mit der nB über die Pläne des Vereins

Von Elmar von Cramon, 06.05.2009

Braunschweig. Vier Spieltage vor Saisonende äußert sich Sebastian Ebel, Eintracht-Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender der GmbH & Co KGaA, zur aktuellen Situation und gibt Ausblicke auf die Planungen für die neue Spielzeit.

?Wie weit sind die Planungen für die nächste Saison vorangeschritten?

!Nachdem wir Dennis Brinkmann und Benjamin Fuchs für zwei weitere Jahre unter Vertrag nehmen konnten, hoffen wir in den kommenden Tagen darauf, weitere Vertragsverlängerungen verkünden zu können. Auch mit möglichen Neuzugängen stehen die Gespräche kurz vor dem Abschluss.

?Inwiefern hat sich der wirtschaftlich notwendige Sparkurs bei Vertragsverhandlungen von Eintracht Braunschweig mit Spielern bemerkbar gemacht?

!Wichtig ist, dass die Spieler bereit sind, den von uns eingeschlagenen Weg mitzugehen. Die Notwendigkeit zu sparen liegt in den hohen Verlusten begründet, die in der Vergangenheit gemacht wurden. Die Akteure werden demzufolge in der kommenden Saison signifikant weniger verdienen; Prämien haben wir erfolgsabhängig gestaltet. Der Etatanteil für die Kosten des Lizenzspielerbereichs wird sich in der kommenden Spielzeit im Mittelfeld der dritten Liga bewegen. Dank der Unterstützung unserer Sponsoren und des Pools 100 bei Eintracht sind wir in der Lage, für Drittligaverhältnisse adäquate Gehälter anzubieten.

?Wie wird die sportliche Zielsetzung für die kommende Spielzeit lauten?

!Wichtig ist, realistisch zu bleiben. Selbst beste finanzielle Möglichkeiten können keinen sportlichen Erfolg garantieren. Fußball ist manchmal ein Glücksspiel unter freiem Himmel. Für die kommende Spielzeit streben wir einen einstelligen Tabellenplatz an, mittelfristig wollen wir um den Aufstieg mitspielen.

?Das sportliche Kompetenzteam wurde durch diverse Trainerverpflichtungen verstärkt, wie wird der Unterbau der Drittligamannschaft in Zukunft aussehen?

!Unser Ziel ist es, ein integriertes Konzept zu schaffen. A-Jugend und zweite Mannschaft sollen enger mit dem Drittligateam verzahnt werden. Aus diesen Teams wollen wir letztlich jene 24 Spieler zusammenstellen, die um die Stammplätze in der ersten Mannschaft kämpfen. Unser langfristiges Ziel ist es, Talente aus der Region an den Verein zu binden. Ferner stehen wir bezüglich einer Kooperationsvereinbarung in Verhandlungen mit einem Braunschweiger Fußballverein.

?Angesichts der momentanen Erfolgswelle des VfL Wolfsburg herrscht unter vielen Anhängern die Angst vor, dass ein Teil der Fans sich in Zukunft dorthin orientieren könnte. Teilen sie diese Sorge?

!Ich verstehe, dass bei manchem Eintracht-Anhänger eine Menge an Frustpotenzial vorhanden ist. Dass sich größere Teile unserer traditionsbewussten Fanbasis zum VfL orientieren wird, halte ich aber für abwegig. Ich habe Achtung vor dem was in Wolfsburg geschaffen wurde, man darf jedoch nicht vergessen, dass dort auch sehr gute finanzielle Voraussetzungen herrschen. Das Ziel Eintrachts muss hingegen sein, die Strukturen weiter zu professionalisieren und mit unseren Mitteln das Bestmögliche zu erreichen. Grundsätzlich wäre es das Allerbeste für die Region, wenn beide Vereine eine positive Entwicklung nähmen. Schön wäre es auch, in der Hauptrunde des DFB-Pokals gegen einen niedersächsischen Klub anzutreten und für eine positive Überraschung zu sorgen. Das hätten unsere Fans verdient.

?Was wünschen Sie sich von Anhängern und Vereins-Umfeld?

!In Braunschweig bewegen wir uns zwischen Himmel und Hölle. Läuft es gut, wie zuletzt gegen Paderborn, sind wir die Helden. Nach einer Niederlage wie jüngst in Stuttgart bricht hingegen schnell Depression aus. Wir brauchen gerade nach solchen Spielen, oder wenn es mal nicht so gut läuft, die herausragende Unterstützung von allen – vom Sponsor bis zum Südkurvenfan.
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