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Spiel hat für die Fans hohen Stellenwert

Wolfgang Loos. Foto: Getty

Fußball: Wolfgang Loos über das Derby

Von Elmar von Cramon, 06.11.2013.

Braunschweig. Am 29. Oktober 2003 schaltete Fußball-Drittligist Eintracht die hochfavorisierten Hannoveraner im DFB-Pokal aus. Damals war Wolfgang Loos sportlicher Leiter der Löwen und bejubelte einen 2:0-Erfolg durch Treffer von Jacob Thomas und Jürgen Rische. Die nB-sprach mit dem 58-Jährigen über den anstehenden Vergleich beider Teams und blickt auf das Niedersachsen-Derby vor zehn Jahren zurück.

?Mit Ihnen und Uwe Reinders als sportlich Verantwortlichem gelang 2003 im DFB-Pokal der letzte Derbysieg Eintrachts. Wie sehen Sie das Duell beider Mannschaften?

!Das Spiel hat für die Fans beider Lager einen extrem hohen Stellenwert. Hannover ist ganz klarer Favorit, auch wenn Eintracht auf einen angeschlagenen Gegner trifft. Ich traue Torsten Lieberknecht und seiner Elf durchaus zu, diese Situation für sich ausnutzen zu können. Entscheidend wird sein, sich in der Anfangsphase zu behaupten und das Heft in die Hand zu bekommen, dann ist mindestens ein Zähler drin. Die Begegnung wird unabhängig vom Spielverlauf wichtig für die Weiterentwicklung des Teams sein. Darüber hinaus sollte im Umfeld beider Klubs klar sein, dass die Rivalität nur in den 90 Minuten auf dem Rasen ausgefochten werden darf.

?Der Vergleich der Mannschaften elektrisiert die Fans und schlägt naturgemäß hohe Wellen. Wie war die Situation vor dem Derby 2003?

!Sportlich waren wir nicht gut drauf und hatten nach gutem Saisonstart einen Negativlauf. Wir wussten um die große Rivalität zwischen beiden Klubs, waren aber doch überrascht, dass uns die Leute die Tickets buchstäblich aus den Händen gerissen haben: Die Fans waren heiß und im positiven Sinne bekloppt. Unsere Mannschaft hat die Begeisterung im Vorfeld angesteckt, sodass Uwe Reinders keine Probleme hatte, die Spieler zu motivieren.

?Wie haben Sie die damalige Partie erlebt?

!Gegen jeden anderen Erstligisten wäre ein Ausscheiden im Pokal normal gewesen. Aufgrund der Erwartungshaltung und des Spielverlaufs ging der Puls bei mir dann einige Male auf 180.
Beim Führungstreffer durch Jacob Thomas „platzte“ das Eintracht-Stadion förmlich, genauso wie beim verwandelten Elfmeter von Jürgen Rische. Seine Aussage, es sei „der leichteste Elfmeter“ seiner Karriere gewesen, nehme ich ihm übrigens bis heute nicht ab. Einziger Wermutstropfen waren die vielen Leserbriefe von wütenden Fans, die beim Ticketverkauf leer ausgegangen waren.

?Wie sehen Sie die sportliche Entwicklung Eintrachts ?

!Ich freue mich, dass mit Torsten Lieberknecht, Marc Arnold, Jürgen Rische, Alexander Kunze und Patrick Bick Spieler, mit denen ich bei Eintracht zusammengearbeitet habe, erfolgreich in der Verantwortung stehen. Man sieht, was man mit der Mannschaft als sehr gut funktionierendes Kollektiv erreichen kann. Landet Eintracht auf Platz 16, wäre das eine Riesensensation – ein Abstieg aber auch kein Beinbruch. Rückschläge sind als Teil des Lernprozesses normal. Es freut mich, dass Präsidium und Geschäftsführung den Verantwortlichen seit Jahren das nötige Vertrauen entgegenbringen, sodass sie in Ruhe arbeiten können.
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