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„So hart ist der Fußball manchmal“

Die entscheidende Szene: Vieirinha (r.) trifft zum 0:1 und beendet Eintrachts Aufstiegshoffnung. Foto: Imago

Relegation zur Fußball-Bundesliga: Eintracht hatte Chancen, Wolfsburg machte das Tor.

Von Elmar von Cramon, 30.05.2017.

Braunschweig. Sie hatten gekämpft und gerackert, trotzdem ging die Mannschaft von Torsten Lieberknecht in der Relegation als Verlierer vom Platz, nachdem sie gegen den VfL Wolfsburg wie schon im Hinspiel mit 0:1 unterlagen. Trotz der knappen Niederlage sah der Eintracht-Coach vor allem das Positive an der Begegnung, die die Löwen durchaus für sich hätten entscheiden können: „Für meine Jungs ist der große Traum erste Liga zu spielen geplatzt. Trotzdem werden wir diese Niederlage als Erfahrung mitnehmen und viel Kraft daraus schöpfen, das weiß ich. Wenn es einen Verein gibt, der wieder aufstehen kann, sind wir das, auch wenn wir in der Relegation gegen einen übermächtigen Konkurrenten nicht gewinnen konnten. Wir stehen aber morgen wieder auf, sind vorwärtsgerichtet und geben wieder Gas für eine gute Saison.“

Dementsprechend konnte und wollte der 43-Jährige seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sah die verpassten Gelegenheiten zur eigenen Führung aber sowohl im Hin- als auch im Rückspiel als Knackpunkt an: „Wir haben das investiert, was wir konnten, und haben das hervorragend gemacht. Ich habe uns in der ersten Halbzeit besser gesehen, es ist uns aber nicht gelungen, das Tor zu schießen.“ Wie schon in Wolfsburg hatten die Löwen im ersten Durchgang die Gelegenheit, in Führung zu gehen: Nach Möglichkeiten für Christoffer Nyman (13.) und Gustav Valsvik (25.) bot sich Ken Reichel kurz vor der Pause die größte Chance zum so wichtigen Treffer. „Ich wollte den Ball hoch ins kurze Eck hauen, leider versprang er mir“, ärgerte sich der Kapitän über die vergebene Chance.
Kurz vor und nach dem Wiederanpfiff flogen dann Böller und Pyrotechnik aus den Blöcken acht und neun der Südkurve. Ein Ordner ging verletzt zu Boden, der Rest des Stadions quittierte die sinnlose Aktion mit Pfiffen. Der Stimmungsabfall kam den Gästen entgegen, die plötzlich in Front lagen: Yunus Malli scheiterte zunächst an Jasmin Fejzic, doch Vierinha jagte den Abpraller von der Strafraumgrenze in die Maschen(48.), sodass Eintracht nun plötzlich drei Treffer gebraucht hätte. „Es ist bitter, dass wir dieses Tor bekommen, so hart ist der Fußball manchmal“, so Reichel, dem sich nach dem Rückstand noch eine weitere Chance geboten hatte (62.).
Mit zunehmender Spieldauer sah man die Kräfte aufseiten der Blau-Gelben jedoch schwinden, so dass die Wölfe nach Spielschluss jubeln konnten, dann aber schnell in der Kabine verschwinden mussten, weil einige hundert Eintracht-Anhänger in den Innenraum gelangt waren und sich Richtung Wolfsburger Fankurve bewegten.
Reichel selbst half mit, den Platzsturm aufzulösen und ärgerte sich ebenso darüber wie über die vorausgegangenen Böllerwürfe: „Als Spieler bekommt man sowas natürlich mit. Das war extrem überflüssig und schadet dem Verein. Die Polizei hat gute Arbeit gemacht, als Spieler kann man leider nicht jeden erreichen.“ Unter die Enttäuschung mischte sich beim gebürtige Berliner anschließend schnell wieder der Optimismus, das große Ziel nun in der kommenden Spielzeit zu realisieren: „Ich hoffe, dass uns diese Relegation als Mannschaft enger zusammenschweißt. Wir haben die ganze Saison alles gegeben und wollten aufsteigen. Wir werden alles geben, um den Aufstieg in der kommenden Spielzeit zu packen.“
Mannschaft: Fejzic (3) - Reichel (3,5), Valsvik (3), Decarli (3), Sauer (3,5) - Boland (3), Omladic (3,5) - Hochscheidt (4), Schönfeld (3,5) Khelifi (3,5) - Nyman (3,5)
Eingewechselt: 58. Hernandez (3,5) und Abdullahi (4) für Schönfeld und Hochscheidt; 79. Tietz (-) für Khelifi
Tor: 0:1 (49) Vierinha
Zuschauer: 23 000
Chancenverhältnis: 4:5
Eckballverhältnis: 5:5
Gelb-Rote-Karte: Sauer (82.)
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