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So einzigartig wie die Sportart

Die Lions haben zum Glück Fans, die auch in ihrer Freizeit die Footballer unterstützen.

Von Daniel Beutler, 15.04.2012.

Braunschweig. Das Fansein hört nicht mit dem Verlassen des Stadions auf. Davon sind Jens Bock, 1. Vorsitzender des Lions-Fanclubs Lionhearts, und viele seiner Mitstreiter überzeugt. Deshalb haben sie ihre Freizeit geopfert und eine der Wohnungen für die Spieler aus Übersee renoviert. Und damit nicht genug.

„Wir wollen helfen, den Kulturschock zu mindern“, erzählt Bock. „Man darf nicht vergessen, dass das junge Burschen sind, die plötzlich allein sind, weit weg von den Eltern.“ Seit vier Jahren kümmern sich deshalb Mitglieder des Fanclubs, der sich 1994 gründete, darum, dass sich die neuen Spieler in Braunschweig wohlfühlen. Organisieren auch Stadtführungen oder laden an Feiertagen die Spieler zu sich nach Hause ein. „Da haben wir natürlich auch unseren Spaß dran. Wir wollen die Lions unterstützen, wo wir können. Es geht uns halt nicht nur darum, die Spiele zu sehen“, sagt der Vorsitzende und ist überzeugt: „Das gehört zum Leben eines Fans dazu.“
Ebenso die Auswärtsfahrten. „Wir sind eigentlich überall dabei“, sagt der 56-Jährige mit Stolz in der Stimme. Zuletzt ging es nach Mailand. 14 Stunden Fahrt für gut drei Stunden Football. „Das war schon hart, es hat sich aber gelohnt. Wir 50 Braunschweiger im Stadion waren lauter als die 200 Italiener“, erzählt Bock.
Das zahlenmäßige Verhältnis der Anhänger zeigt dabei eins deutlich: In der Randsportart American Football ist Braunschweig immer noch eine Hochburg, zumindest was die Fans angeht. „So was gibt es in anderen Vereinen nicht. Bei den Lions sind gut 50 ehrenamtliche Helfer dabei, in München zum Beispiel waren es vier, wie uns Phil Hickey erzählt hat“, berichtet Bock.
Der Cheftrainer ist nicht zuletzt deshalb begeistert von der Braunschweiger Fanszene. „Das ist außergewöhnlich“, bestätigt Hickey. „Die Fans sind sehr, sehr wichtig für uns, und wir wollen ihnen auch so viel wie möglich zurückgeben. Ihr Engagement ist keine Selbstverständlichkeit für uns“, betont der Coach, der den einzigartigen Charakter des Footballs als einen Grund für die enge Verbindung zwischen Fans und Mannschaft sieht. „Zum einen beruht diese auf der Geschichte, zum anderen können Fans ein wichtiger Teil einer besonderen Sportart sein“, sagt Hickey.
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