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Siegen wird zur „Charakterfrage“

Mit 13 Punkten und sechs Rebounds bester Löwe am Sonntag: Tyrone Nash. Foto: Ammerpohl

Basketball-Bundesliga: Die Löwen wollen am Freitagabend (20 Uhr) in Gießen ihre Niederlagenserie beenden.

Von Christoph Matthies, 05.04.2016.

Braunschweig. Die 59:77-Heimpleite am Sonntag gegen Frankfurt war für die Löwen-Basketballer bereits die dritte Niederlage in Serie und die fünfte in sechs Partien. Bei noch sechs ausstehenden Partien sind die Playoffs für den Tabellenzehnten damit kein realistisches Ziel mehr. Die Gießen 46ers, Gegner im Auswärtsspiel am Freitagabend (20 Uhr), haben dagegen noch bessere Chancen auf die Meisterrunde.

Auch wenn bei der Niederlage gegen den Tabellenvierten aus Frankfurt nur selten das Gefühl aufkam, als würde für die Löwen ein Sieg drin sein, sah Braunschweigs Cheftrainer Raoul Korner einige gute Ansätze bei seinen Mannen – angefangen bei der Einstellung. „Unser Energielevel war diesmal höher“, so der Wiener, der sich freute, damit den Blick wieder auf das Wesentliche richten zu können: „Jetzt können wir uns wenigstens wieder über Basketball unterhalten.“

Es sei keine leichte Situation, ein Team, für das es aufgrund der Negativserie nun um nicht mehr viel geht, für die ausbleibenden Partien zu motivieren. „Aber das ist auch eine Charakterfrage“, appelliert Korner an seine Spieler, „und natürlich wollen wir noch Siege einfahren, um die bestmögliche Position zu holen.“

Starker Aufsteiger

Ein Sieg in Gießen wäre ein guter Anfang für den Angriff auf Tabellenplatz neun. Dieser wird derzeit von dem starken Aufsteiger belegt, zwei Siege mehr als die Löwen haben die Gießener auf der Habenseite. „Das ist ein gutes Team, das sehr homogen spielt“, sagt Korner über die Auswahl von Trainer Denis Wucherer, die wohl kaum jemand vor der Saison so stark eingeschätzt hätte. Mit einem kleinen Budget um die Playoffs mitspielen: Vielleicht können die 46ers auch als Vorbild für die Löwen dienen, denen zur kommenden Saison ja deutliche Einschnitte in den Spieleretat drohen.

Topscorer bei den Hessen ist der Nigerianer Suleiman Braimoh (13 Punkte pro Spiel), der seine Mannschaft ebenso wie der Ex-Bamberger Karsten Tadda beim Allstar-Day vertrat. Genau wie Nationalspieler Tadda wechselte auch Center Gabriel Olaseni während der Saison aus Bamberg nach Gießen. Der Brite ist nicht nur der zweitbeste Rebounder (7,2), sondern auch der neunteffektivste Spieler der BBL. Auch der variable Aufbauspieler Braydon Hobbs gehört zu den effektivsten Akteuren der Liga (Rang elf), auch, weil er sehr sicher von der Dreierlinie trifft (45 Prozent).

Die Trefferquote war zuletzt dagegen das Problem bei Braunschweigs Topscorer Keaton Grant. Nach nur drei Punkten gegen Oldenburg legte der viertbeste Punktesammler der Liga am Sonntag immerhin wieder zwölf Zähler auf – allerdings bei weiterhin schwacher Quote aus dem Feld (4/14). Trotzdem konnte Coach Korner auch bei Grant einen Schritt nach vorne erkennen. „Keaton war von der Körpersprache her besser, von der Energie her präsenter“, bemerkte der Österreicher positive Signale.
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