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„Schluss mit lustig“ bei den Löwen

Auch Shooting Guard Carlton Guyton steht in der Kritik. Der Amerikaner, der aus der 2. Liga kam, traf gegen Tübingen in der sechsten Partie zum ersten Mal zweistellig (11 Punkte). Foto: T.A

Basketball-Bundesliga: Nach der 70:98-Heimpleite gegen Tübingen müssen Braunschweigs Korbjäger personell reagieren.

Von Christoph Matthies, 25.10.2016.

Braunschweig. Nach der fünften Niederlage in Folge dürfte auch dem unverbesserlichsten Optimisten klar geworden sein, dass die Löwen-Basketballer in ihrer aktuellen Besetzung nur eine minimale Chance auf den Klassenerhalt haben. Zumal die deftige 70:98-Heimpleite gegen Tübingen, einen Konkurrenten um den Klassenerhalt, schon einer Demütigung gleichkam.

„Schluss mit lustig“ steht auf vielen Löwen-Plakaten der laufenden Saison – und den nur noch 1912 Zuschauern, die am Samstag die VW-Halle besuchten, war, sofern sie nicht aus Tübingen kamen, tatsächlich nicht nach lachen zumute. Zumindest Löwen-Trainer Frank Menz scheint sich von den zumeist deutlichen Packungen aber nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. „Es war vom ersten Tag an klar, dass die Liga mit dem Kader sehr, sehr schwer zu halten ist“, so Menz, der auch auf die Vorbereitung verweist, in der ja bereits acht von neun Partien, darunter auch gegen ProA-Ligisten, verloren worden seien.

„Die Reise geht für uns weiter, die Saison ist lang“, sagt Menz unbeirrt. „Unser Ziel ist, am 34. Spieltag vielleicht die Liga zu halten.“ So wirklich überzeugt klingt das nicht, und der Coach räumt ein, dass der Gegner „ein bisschen schwächeln“ muss, damit seine Spieler – wie beim Saisonauftakt in Vechta – an einem guten Tag eine Chance auf den Sieg haben.

Während die Löwen, Drittletzter der Tabelle, in der Krise stecken, mit einem Kader zu schwach für die BBL, wird bei der Konkurrenz um den Klassenerhalt munter nachverpflichtet. Vechta angelte sich Center Philipp Neumann, Jena verstärkte sich mit dem erfahrenen John Little, Göttingen holte mit Alex Ruoff gar einen Spieler mit Allstar-Kaliber.

Die Tübingen-Blamage der Löwen hatte vielleicht auch etwas Gutes, denn Aufsichtsrat, Geschäftsführung und Sponsoren muss jetzt klar sein, dass das spielende Personal nicht ausreicht, um den Abstieg zu verhindern. „Wir hoffen nach wie vor darauf, dass wir noch Verstärkung kriegen“, sagt Menz, der sich vor seine Spieler stellt: „Die Jungs geben im Training und im Spiel alles, im Rahmen ihrer Möglichkeiten.“

Tatsächlich scheint Menz die Wahrscheinlichkeit, in naher Zukunft personelle Verstärkung zu bekommen, etwa auf der noch offenen sechsten Importposition, für gering zu halten. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt er. „Ich gehe davon aus, dass wir mit der Mannschaft, die wir momentan haben, weiterspielen werden.“ Sollte dem so sein, könnte für die Löwen in der BBL bald ganz „Schluss mit lustig“ sein.
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