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Scharfschütze in der Krise

zene aus dem Oldenburg-Spiel: Rickey Paulding stoppt Keaton Grant (l.) im Fastbreak. Foto: T.A.

Basketball-Bundesliga: Löwen-Trainer Raoul Korner hadert mit Shooting Guard Keaton Grant.

Von Christoph Matthies, 29.03.2016.

Braunschweig. Die Heimpleite am Ostermontag gegen Oldenburg (58:76) hat auch den letzten Optimisten unter den Löwen-Fans aus seinen Playoff-Träumen gerissen. Obwohl die achtplatzierten Würzburger erneut ebenfalls verloren haben, bleiben die Löwen als Zehnter der Basketball-Bundesliga weiterhin zwei Siege von einem Playoff-Platz entfernt.

Noch ernüchternder als die Tabellensituation sind derzeit wohl nur die Leistungen des Spielers, der in der Hinrunde noch Braunschweigs Bester und, so empfanden es viele, um einen Platz im Allstar-Team betrogen worden war. „Seit dem Würzburg-Spiel hat Keaton Grant keinen Fuß mehr auf den Boden gebracht. Das sind jetzt fünf Spiele in Folge“, sagt Trainer Raoul Korner über seinen Shooting Guard, der lange Zeit die Scorer-Tabelle der BBL anführte, ehe er in eine tiefe Krise rutschte.

„Ich habe immer betont, dass wir Keaton auch viel zu verdanken haben, aber er macht sich gerade auch für sich selbst extrem viel kaputt, was er sich über die Saison aufgebaut hat“, so Korner, der fortfährt: „Letztlich misst sich die Qualität eines Spielers daran, wie er eine Saison beendet. Und ich glaube nicht, dass Keaton die Saison so beenden möchte, wie er im Moment aussieht.“

In den vergangenen fünf Partien, von denen die Löwen nur eine für sich entscheiden konnten, erzielte der 29-Jährige aus Florida nur 9,4 Punkte pro Spiel (Saisonschnitt 15,6). In dieser Spanne traf er gerade einmal 21 Prozent seiner Würfe – ein miserabler Wert. In der Scorerliste ist Bremerhavens Kyle Fogg (16,6) mittlerweile an Grant vorbeigezogen. Viel schlimmer als die Statistik wiegt aber die Tatsache, dass es den Löwen mit einem indisponierten Keaton Grant fast unmöglich scheint, Spiele zu gewinnen.

In ungewohnter Eindeutigkeit gibt Korner zu verstehen, dass seine Geduld mit dem Spieler bald zu Ende ist. „Ich bin natürlich gewillt, ihm da rauszuhelfen und ihm das entsprechende Vertrauen zu geben, aber es sind jetzt fünf Spiele und jetzt wird es Zeit. Denn es sitzen Spieler auf der Bank, die dem Ganzen zuschauen, und das wird nicht mehr lange der Fall sein“, droht der Trainer und Sportdirektor gar damit, die Rolle seines wahrscheinlich talentiertesten Offensivspielers seinen ungenügenden Leistungen entsprechend zu verkleinern.

Sieben Partien hat Keaton Grant in dieser Saison noch Zeit, das Ruder wieder herumzureißen und den Löwen-Fans in guter Erinnerung zu bleiben. Den Anfang könnte er bereits im Heimspiel am Sonntag (15 Uhr, VW-Halle) gegen Frankfurt machen.
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