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Saison 2017/18: Eintracht-Fans im Wechselbad der Gefühle

Torjubel: Die Blau-Gelben Suleiman Abdullahi (l.) und Onel Hernandez freuen sich. Foto: Agentur Hübner

2. Fußball-Bundesliga: Kreuzbandriss von Joe Baffo im Spiel gegen Bochum – Zweitligadebüt von Torhüter Marcel Engelhardt.

Von Elmar von Cramon, 02.01.2018.

Braunschweig. Nicht nur in sportlicher Hinsicht sorgte das Relegationsspiel zwischen Eintracht und dem VfL Wolfsburg in der Region für Unbehagen. Im Vorfeld des Hinspiels kam es zwischen den Fans und der Polizei zu Zusammenstößen, sogar ein Wasserwerfer wurde gegen die Eintracht-Anhänger eingesetzt, der im Nachhinein für viel Kritik sorgte.
In der Partie selbst hätte Eintracht frühzeitig in Führung gehen können, entschieden wurde die Begegnung allerdings durch einen vollständig unberechtigten Handelfmeter, den Mario Gomez verwandelte.

Von der ungünstigen Konstellation ließen sich die Löwen im Rückspiel zunächst aber nicht beeindrucken. Im ersten Durchgang erspielte sich die Lieberknecht-Elf einige Möglichkeiten, der notwendige Führungstreffer wollte aber nicht fallen.
Die Hoffnungen auf die Bundesligarückkehr wurden kurz nach Wiederanpfiff durch den Böllerwurf eines Chaoten zunichte gemacht. Die Stimmung im Stadion stockte und Wolfsburgs Vierinha nutzte einen Moment der Verunsicherung in der blau-gelben Hintermannschaft zur Führung.
Nach dem Abpfiff kam es zu weiteren unschönen Szenen, als Braunschweiger Anhänger den Platz stürmten und Bengalos gegen die Polizei flogen.
Die Enttäuschung über den verpassten Erstligaaufstieg wurde mit einer stimmungsvollen Gala zum fünfzigjährigen Jubiläum der Meisterschaft vertrieben. Wie bereits im Eintracht-Stadion selbst wurden die Meisterhelden um Kapitän Joachim Bäse mit Standing Ovations gebührend gefeiert.
Erste Verstärkungen
Während sich die Profis in den Sommerurlaub verabschiedeten, zogen die Löwen mit Steve Breitkreuz, Steffen Nkansah und Louis Samson erste Verstärkungen an Land und starteten frühzeitig in die Vorbereitung. Kurz vor Punktspielauftakt Ende Juli in Düsseldorf kam es zum Zerwürfnis zwischen Torsten Lieberknecht und Abwehrchef Saulo Decarli, der sich eine zweiwöchige Suspendierung einhandelte.
Saisonauftakt
Der Saisonauftakt verlief mit vier Punkten aus zwei Spielen erwartungsgemäß, anschließend kam jedoch Unruhe auf: Ein Teil der Südkurve verweigerte in den Heimspielen den gewohnten Support und reklamierte Missstände im Verhältnis zwischen Fans und Verein.
Während Decarli nicht mehr in Blau-Gelb auflief und Mitte August für 1,5 Millionen Euro zum FC Brügge transferiert wurde, schieden seine ehemaligen Teamkollegen unglücklich im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel aus. Danach spielten die Löwen viermal hintereinander 1:1 und verpflichteten Spielmacher Özkan Yildirim aus Düsseldorf. Mitte September gelang mit dem 3:0 gegen Greuther Fürth ein vermeintlicher Befreiungsschlag, die anschließenden beiden Spiele gegen Regensburg und St. Pauli gingen jedoch verloren.
Drei Platzverweise
Beim 1:2 in der Oberpfalz musste Eintracht drei (!) Platzverweise hinnehmen, gegen den FC St. Pauli verletzten sich Ken Reichel und Jan Hochscheidt bereits im ersten Durchgang, zudem verschoss Onel Hernandez einen Foulelfmeter.
Trotz weiterer Hiobsbotschaften in Form der Langzeitverletzungen von Patrick Schönfeld, Mirko Boland, Domi Kumbela und Christoffer Nyman stabilisierten sich die Löwen in der Folge und fuhren mit dem 1:0 gegen Bochum den dritten Heimsieg ein: Dieser wurde durch einen Kreuzbandriss von Joe Baffo allerdings teuer erkauft.
Im selben Spiel kam Marcel Engelhardt durch eine Verletzung von Jasmin Fejzic zu seinem Zweitligadebüt, der Bosnier stand eine Woche später beim 1:1 in Dresden aber wieder zur Verfügung.
Umjubeltes Comeback
Die folgenden beiden Spiele sorgten im blau-gelben Lager für ein Wechselbad der Gefühle: Während Schönfeld bei seinem umjubelten Comeback gegen Darmstadt in der Nachspielzeit das Tor zum 2:2 markierte, fingen sich die Löwen eine Woche später in Bielefeld kurz vor Abpfiff den Ausgleich ein.
Immerhin konnte Suleiman Abdullahi seinen ersten Saisontreffer feiern und traf auch im darauffolgenden Heimspiel gegen Nürnberg, das unnötig mit 2:3 verloren wurde und Eintracht gefährlich nahe an die Abstiegsränge rutschen ließ.
Im nächsten Auswärtsspiel Anfang Dezember in Ingolstadt zeigte die Mannschaft jedoch eine Reaktion und siegte beim Bundesligaabsteiger mit 2:0. Tags darauf schenkten die Eintracht-Mitglieder dem Präsidium auf der Jahreshauptversammlung erneut das Vertrauen.
Punkt gegen Kiel
Die letzten beiden Spiele des Jahres fanden dann vor heimischem Publikum gegen die beiden Spitzenteams statt: In der Partie gegen Tabellenführer Holstein Kiel erkämpfte sich das Team verdient einen Punkt und hoffte gegen Fortuna Düsseldorf auf einen positiven Jahresausklang.
Nach einem frühen Gegentreffer war das Glück den Blau-Gelben jedoch nicht mehr hold, sodass die Partie mit 0:1 verloren ging und die Mannschaft nur drei Punkte vom Relegationsrang entfernt überwintern muss.
Nach dem Abpfiff wurde das Team dennoch von seinen Anhängern gefeiert, die in diesem Jahr auf bessere Ergebnisse hoffen.
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