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Riese Cooley zu stark für die Löwen

Thomas Klepeisz zeigte bei seinem ersten Auftritt im Löwen-Dress eine gute Leistung. Foto: T.A.

Basketball-Bundesliga: Braunschweig unterliegt Ludwigsburg mit 84:91.

Von Christoph Matthies, 09.10.2016.

Braunschweig. Frank Menz, Trainer der Löwen-Basketballer, war nach der Heimpartie gegen die Riesen Ludwigsburg nicht unzufrieden. „Wir haben heute ein paar Schritte nach vorne gemacht“, urteilte Menz nach der 84:91 (42:47)-Heimniederlage, bei der er einen Debütanten begrüßen konnte.

Dass es gegen den Playoff-Aspiranten nicht zum ersten Heimsieg der Saison reichte, lag zum einen an vermeidbaren Fehlern, zum Beispiel den Turnovers. Als Löwen-Guard Nico Simon nach eineinhalb Minuten den Ball beim Einwurf unterm eigenen Korb ohne Not zu Ludwigsburgs Center Jack Cooley warf, der per Finger-Roll zur 5:2-Riesen-Führung traf, war dies nur der erste von 17 zum Teil kostspieligen Ballverlusten.

Der angesprochene Cooley war der zweite Hauptgrund, warum die Löwen das Spiel nicht für sich entscheiden konnten. Der kräftige Center, dem man seine NBA-Erfahrung (16 Spiele für die Utah Jazz) und die entsprechende Klasse in jeder seiner Bewegungen anmerkte, drehte im zweiten Viertel erstmals richtig auf. Mit 20:17 hatten die Löwen den ersten Durchgang für sich entschieden, doch Ludwigsburg Kelvin Martin setzte mit einem krachenden Slam-Dunk (22:21) ein frühes Zeichen. Ballverluste von Carlton Guyton und Carlos Medlock halfen den Riesen, die Führung zurückzuerobern. Und vor allem Cooley (14 Punkte zur Halbzeit, 27 insgesamt) sorgte dafür, dass die Süddeutschen mit einer Fünf-Punkte-Führung in die Pause gehen konnten. „Wir hatten ein Riesenproblem mit Cooley, den wir nicht stoppen konnten“, gab Menz hinterher zu.

Während bei Ludwigsburg Alex Ruoff und Johannes Thiemann, sonst Leistungsträger, einen schwarzen Tag erwischten, feierte Löwen-Aufbauspieler Thomas Klepeisz sein Debüt in der Basketball-Bundesliga. Mit zwölf Punkten und zwei Assists deutete der Österreicher, der die komplette Saisonvorbereitung wegen eines Bänderrisses verpasst hatte, an, wie wichtig er für die Braunschweiger noch werden könnte.

Im dritten Viertel zeigte auch der etatmäßige Löwen-Aufbau Carlos Medlock seine Korbgefahr, traf zwei Dreier gegen seinen Kontrahenten Wes Washpun. Der allerdings war auch zweimal von außen erfolgreich: So auch zehn Sekunden vor Ende des dritten Viertels, als er die Gästeführung auf 74:65 vergrößerte. Kurz zuvor hatte der kaltblütige Cooley gegen Geoffrey Groselle demonstriert, dass er auch aus der Halbdistanz treffen kann (71:65).

Dass die Löwen vor 2005 Zuschauern in der VW-Halle bis in die Schlussminute hinein eine Siegchance hatten, lag auch an ihrer guten Wurfquote von 53 Prozent (30 Prozent Dreier). Bis auf 83:70 waren die Riesen durch zwei Freiwürfe von Jack Cooley sieben Minuten vor Schluss davongezogen, doch die Gastgeber kamen noch einmal heran. 80 Sekunden vor dem Ende stand es, nach einigen guten Aktionen von Dyshawn Pierre und zwei Simon-Freiwürfen, nur noch 82:87 aus Braunschweiger Sicht. Weil ein wichtiger Offensiv-Rebound bei den Gästen landete, die ihre zweite Chance nutzten, und Nico Simon einen ganz wichtigen Dreier verfehlte, war die Partie kurz darauf gelaufen. „Wir haben versucht dagegenzuhalten, und ich finde, es ist uns ganz gut gelungen“, bilanzierte Coach Menz nach der dritten Niederlage im vierten Saisonspiel.

Für die Löwen punkteten: Groselle 16, Pierre 13, Klepeisz 12, Medlock 12, Freese 9, Guyton 7, Theis 6, Figge 5, Simon 4.
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