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Rekordverdächtiger Saisonauftakt

Basketball-Bundesliga: Phantoms dominieren Hagen mit 103:74 – Am Sonnabend in München.

Von Christoph Matthies, 05.10.2011

Braunschweig. An diesen Saisonstart dürften Braunschweigs Basketballfans noch lange zurückdenken. Am Montag besiegten die New Yorker Phantoms in der ersten Heimpartie der Spielzeit 2011/12 ihren Gast Phoenix Hagen mit 103:74 (49:38). Die neu formierte Mannschaft von Headcoach Sebastian Machowski zeigte den 3256 Zuschauern in der VW-Halle ein lange nicht gesehenes Offensivfeuerwerk. Das letzte Bundesligaspiel, in dem eine Braunschweiger Mannschaft am Europaplatz mindestens 103 Punkte erzielen konnte, liegt mehr als zehn Jahre zurück. Im April 2001 bezwang ein aus der Not geborenes Team um das Duo Robert Conley und John Celestand die Baskets Bonn nach Verlängerung mit 110:104.

Sebastian Machowski zeigte sich nach dem Erfolg über die schwachen Hagener, die vor allem aus der Distanz einen rabenschwarzen Tag erwischt hatten, sichtlich zufrieden mit der geschlossenen Mannschaftsleistung seiner Schützlinge. Insgesamt sechs Phantoms-Akteuren gelang es zweistellig zu punkten, 21 Assists belegen das uneigennützige Teamspiel. Dennoch fand der Cheftrainer auch kritische Worte für seine Mannschaft: „Es ist schon ein Rekord, im negativen wie im positiven Sinne, dass man ein Spiel mit fast 30 Punkten gewinnt, wenn man dem Gegner 26 Offensivrebounds erlaubt hat. Das ist ein Problem, das wir schon in vorherigen Spielen hatten und woran wir arbeiten müssen, wenn wir auch in Zukunft erfolgreich sein wollen.“
Ein seltenes, wenn auch zurückhaltendes Sonderlob vergab Machowski an seinen Aufbauspieler Stephen Dennis, der nur einen Tag zuvor seinen 24. Geburtstag feiern durfte. Abgesehen von seinen 16 Punkten bewies Dennis einen guten Blick für seine Mitspieler (sieben Assists), die immer wieder von der Kreativität des Neuzugangs mit NBA-Ambitionen profitierten. „Das ist einfach meine Art zu spielen“, kommentierte der athletische Playmaker bescheiden seinen BBL-Einstand, der eher an einen Allstar als an einen unbedarften Liga-Frischling erinnerte. Neben Stephen Dennis ragten aus einer offensivstarken Mannschaft die Neuzugänge Rich Melzer und Nick Williams (4/5 Dreier) sowie Center Kyle Visser heraus, die die Hagener Verteidiger häufig wie Statisten aussehen ließen. In ordentlicher Frühform präsentierte sich auch Kapitän Nils Mittmann, der den nach Operation weiterhin rekonvaleszenten Branko Jorovic gut vertrat.
Nach den Westfalen, die voraussichtlich die ganze Saison gegen den Abstieg kämpfen werden, wartet nun der wohl stärkste Aufsteiger aller Zeiten auf die Phantoms. Am Sonnabend fliegen die Braunschweiger nach München, wo sie ab 18 Uhr im Audi-Dome (und live in Sport1) versuchen werden, dem FC Bayern München sein langersehntes Heimdebüt zu verderben. Die Bayern, die auf Initiative ihres Präsidenten Uli Hoeneß eine bedeutende Rolle im deutschen Basketball anstreben, mussten sich in ihrer ersten Ligapartie in Bonn nach Verlängerung knapp mit 76:80 geschlagen geben.
Mit ihrer Mischung aus deutschen Nationalspielern und gestandenen BBL-Veteranen gelten die Münchner gleich in ihrer ersten Saison als sicherer Playoff-Anwärter. Beste Punktesammler des Teams von Dirk Bauermann in Bonn waren Aleksandar Nadjfeji (25) und Je‘Kel Foster (14).
Für die Phantoms punkteten: Melzer 18, Dennis 16, Visser 16, Williams 16, Mittmann 10, Greer 10, McElroy 6, Kulawick 5, Schneiders 3, Theis 3.
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