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Reaktionen auf Pyro-Verbot

Fußball: Kritik am abrupten Beenden der Legalisierungsgespräche.

Von Robin Koppelmann, 20.11.2011.

Braunschweig. Für zehn Minuten musste gestern das Zweitliga-Duell zwischen dem FC Hansa Rostock und dem FC St. Pauli unterbrochen werden: Pyrotechnische Gegenstände wurden gezündet und flogen zum Teil sogar aus dem Fanblock. Eine Situation, die der Deutsche Fußballbund (DFB) eigentlich zukünftig vermeiden wollte.

In einer Stellungnahme hatte der Verband die Diskussionen um eine mögliche Teillegalisierung von Pyrotechnik in deutschen Stadien für beendet erklärt und im Gegenzug am vergangenen Montag die sogenannte „Taskforce Sicherheit“ ins Leben gerufen. Dieses Gremium, bestehend aus Verbandsverstretern, der Polizei und Mitgliedern der größten Fanvertretung, soll Lösungsansätze erarbeiten, um Gewalt in deutschen Stadien zu verhindern. Karsten König, Leiter des Braunschweiger Fanprojekts, sieht dies kritisch: „Der DFB vermengt die bisher sachlich geführte Diskussion um Pyrotechnik und wirkliche Gewaltdelikte.“
Tatsächlich hatten die Vertreter der Kampagne „Pyrotechnik legalisieren“ stets auf einen Dialog mit dem Verband gesetzt und Lösungsvorschläge angeboten. Durch das unmittelbare Abbrechen der Gespräche fühlen sich die Fanvertreter nun düpiert: „Als Befürworter werden wir uns weiter für den Einsatz von Pyrotechnik starkmachen“, erklärt Benjamin Riefenberg von den Eintracht-Ultras „Cattiva Brunsviga“. Szenen wie in Rostock schließt er in Braunschweig aber aus: „Wir möchten Pyrotechnik sicher und nach klaren Regeln einsetzen. Die Fanszenen von Rostock und St. Pauli haben diesen Weg nicht mitgetragen.“
Unterstützung für eine Wiederaufnahme der Gespräche erhalten die Ultras auch aus der Politik. Braunschweigs Sozialdezernent Ulrich Markurth erklärt: „Eine Eskalation muss verhindert werden. Der DFB hat zu schnell gehandelt und muss das Konzept der Befürworter ernsthaft prüfen.“
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