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„Projekt ist einmalig in Deutschland“

Die Leistungsförderung Basketball der IGS Franzsches Feld steht nach sieben Jahren vor dem Aus.

Von Christoph Matthies, 22.06.2011

Braunschweig. Seit nunmehr sieben Jahren werden an der IGS Franzsches Feld Basketballtalente gezielt gefördert. Damit wird es in Zukunft vermutlich vorbei sein. Schuld daran ist das niedersächsische Schulgesetz.

Die jährlich 104 Schulplätze der Integrierten Gesamtschule werden per Losverfahren vergeben – so zumindest schreibt es das Gesetz vor, wenn mehr Bewerber als Stellen zur Verfügung stehen. Aufgrund der Sportförderung war dies in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall, jeweils zwölf Plätze pro Jahrgang wurden nach einer Talentsichtung an begabte Basketballer vergeben. Eltern, die eine Beeinträchtigung der Zugangschancen ihrer Kinder witterten, erhoben nun Einspruch gegen diese lange Zeit akzeptierte Regelung.
Liviu Calin, Cheftrainer des Leistungszentrums Basketball Braunschweig und Koordinator der ambitionierten Sportförderung, ärgert sich über das drohende Ende der Talentschmiede. „Dieses Projekt ist einmalig in Deutschland, und ich kann mir derzeit keine bessere Förderung vorstellen“, glaubt der erfahrene Coach an den Erfolg des „amerikanischen Modells“, in dem Schule auf Leistungssport trifft. Diesen würden nicht nur die Juniorennationalspieler Dennis Schröder und Lukas Meisner belegen, sondern auch viele Auswahlspieler auf Landesebene, die aus dem Programm hervorgegangen seien.
Auch für Markus Gröchtemeier, der in den vergangenen zwei Jahren erfolgreich die U12-Auswahl der SG Braunschweig trainierte, wäre das Ende der Leistungsförderung an der IGS ein Verlust. „Da wird ein gut funktionierendes Jugendkonzept über den Haufen geworfen“, betont Gröchtemeier die Grundlagen, die sieben seiner zwölf jungen Basketballer in der vergangenen Saison aus dem Schulprojekt mitgebracht hätten.
Liviu Calin hofft weiterhin darauf, dass die gesetzlichen Vor-aussetzungen für eine intensive Talentförderung an Gesamtschulen geschaffen werden: „Nicht nur für den Basketball, auch für andere Sportarten oder etwa den künstlerischen Bereich.“
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