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Phil Hickey kommt nicht mit leeren Händen zurück

Der Lions-Cheftrainer war in der Organisation des NFL-Spiels in London.

Von Daniel Beutler, 30.10.2011.


Braunschweig. Football-Leckerbissen haben die New Yorker Lions ihren Fans in letzter Zeit selten aufgetischt. Cheftrainer Phil Hickey soll genau das ändern und war am vergangenen Sonntag in London schon mal bei einem Football-Festessen ganz nah dabei.

In Wembley trafen die Tampa Bay Buccaneers und die Denver Broncos aufeinander und zeigten ein spannendes Spiel. Seit 2007 tragen zwei Mannschaften der nordamerikanischen Profiliga NFL eine Partie der regulären Saison in England aus. Und die NFL ist das Maß aller Dinge, wenn es um den Vollkontaktsport mit dem Leder-Ei geht. Mit einem Jahresumsatz von mehreren Milliarden Dollar, einem Zuschauerschnitt, wie ihn kein anderer Profisport aufweisen kann und Geldstrafen für Fehlverhalten der Spieler, die schnell auch mal das Jahres-Durchschnittseinkommen der Deutschen von circa 32 000 Euro übertreffen. Und mitten drin Phil Hickey. Zumindest einmal pro Jahr und das seit 2007.
Als Hickey bei den Berlin Thunder in der NFL Europa tätig war, kamen die Kontakte zum Mutterverband zustande, als er die Endspiele der NFL Europa mitorganisierte. Für die NFL kümmert sich der Lions-Cheftrainer in der englischen Hauptstadt jetzt auf organisatorischer Ebene um den Transport der Mannschaften, Cheerleader, und was Multimillionen Mannschaften nicht noch alles im Gepäck haben. „Ich bin so eine Art Sicherheitsnetz“, beschreibt Hickey seine Aufgaben. „Die Leute von der NFL wissen, dass ich Probleme löse, wenn es welche gibt.“ Zwei Wochen verbrachte er in London, einer Stadt, die ihm gefällt und ans Herz gewachsen ist. Gleiches gilt auch für Braunschweig. Zum einen mag er die Löwenstadt, zum anderen muss er bei den Lions Probleme lösen. Eines davon: Spieler, allen voran ein Quarterback. Hätte er da nicht gleich einen aus London mitbringen können? Ruhig auch einen aus der zweiten Reihe. „Will ich gar nicht“, sagt Hickey. „Ein Spieler der immer schaut, ob er in die NFL kommt, passt nicht zu uns. Ich will Importspieler, die bereit sind, in Deutschland zu bleiben.“ Auch in spielphilosophischen Fragen könne er, trotz der Nähe zu den Mannschaften, nichts mitnehmen.
Kommt der Cheftrainer also mit leeren Händen aus London zurück? Nicht ganz. Und auch wenn es noch nicht greifbar ist, macht es Footballfans Hoffnung. Hickey hatte einen Vertreter des Namensponsors dabei. „Ich wollte zeigen, wo ich her komme“, erklärt Hickey mit Blick auf die sogenannte „Tailgate-Party“ die in Amerika fester Bestandteil beim Football sind. Gut 40 000 Fans feierten in London die „Heckklappen-Party“, bei der vor dem Spiel rund um die Autos gegrillt und gefeiert wird. Das hat Eindruck geschunden. „Ich stelle mir das auch für Braunschweig vor, dass die Fans vor den Spielen schon eine große Party feiern“, schwärmt der Cheftrainer.
Da dürfen die Partien dann nur nicht zur Partybremse werden. Daran arbeiten Hickey und seine Trainerkollegen ab dem 1. November, wenn die Lions zum Trainingsauftakt bitten. Dann vielleicht auch mit „echtem“ Cheftrainer, denn noch hat Hickey seinen Dreijahresvertrag nicht unterschrieben. „Ich denke, das werden wir im Laufe der nächsten Woche machen“, sagte er am Freitag.
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