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Perfekte Bedingungen für Titelkämpfe

Braunschweig ist idealer Austragungsort für Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften.

Von Martina Jurk, 14.07.10

Braunschweig. Die schlechte Nachricht: Wer nicht bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am Wochenende dabei ist, verpasst etwas. Die gute Nachricht: Es gibt für alle Kategorien noch Karten.

Die deutschen Top-Athleten gehen am Sonnabend und Sonntag im Eintracht-Stadion an den Start, darunter Diskus-Weltmeister Robert Harting, die Vize-Weltmeisterinnen im Hammerwurf und Kugelstoßen, Betty Heidler und Nadine Kleinert, Hochspringerin Ariane Friedrich. Die Starterliste ist komplett, 1250 Sportler haben gemeldet. Nach 2000 und 2004 werden zum dritten Mal die nationalen Leichtathletik-Titelkämpfe in Braunschweig ausgerichtet. „Hier haben nicht nur die Athleten ideale Bedingungen, sondern auch die Zuschauer“, meint Otto Schlieckmann vom Organisationskomitee.
Eine Premiere bei dieser DM: 1000 Teilnehmer des Sternlaufs treffen am Sonntag vor den Finalkämpfen (13.40 Uhr) im Stadion ein. Braunschweig ist zu einer Top-Adresse für Leichtathletik-Titelkämpfe geworden: gut besucht, bestens organisiert, ideale Größe. Mit dem Ausbau der Nordkurve ist das Stadion jetzt komplett überdacht. Extra-Bonus für die Zuschauer: Sie sind ganz dicht dran am Geschehen. „Von allen Plätzen aus können die Besucher die insgesamt mehr als 40 Wettkämpfe sehr gut verfolgen“, verspricht Otto Schlieckmann. Trotzdem werde in der Südkurve eine 80 Quadratmeter große Videowand installiert. Unabhängig von Fernsehkameras sei der ausrichtende Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit einem eigenen Aufnahmeteam dabei, um die Bilder von den Entscheidungen auf die Videowand zu projizieren.
Ziel: EM in Barcelona
Eine besonders spannende Atmosphäre entsteht bei nationalen Titelkämpfen immer dann, wenn es um etwas mehr geht. Und so ist es auch bei diesen Deutschen Meisterschaften. Für einige Athleten ist Braunschweig die letzte Chance, sich für die Europameisterschaften eine Woche später in Barcelona zu qualifizieren. Höchstens drei Athleten pro Wettbewerb fahren zur EM. Wer das sein wird, entscheidet sich an diesem Wochenende in Braunschweig. Bereits am Montag will der DLV die nationale Starterliste bekannt geben. Hervorragende Leistungen erwartet Otto Schlieckmann bei den Sprintwettbewerben. „Bei den derzeitigen Wetterbedingungen kommen die Läufer schnell auf optimale Betriebstemperaturen.“ Als Lokalmatadore sind fünf Läufer der Leichtathletik-Gemeinschaft (LG) Braunschweig am Start.
Noch nie war die Vorbereitungszeit für eine Großveranstaltung dieser Dimension so kurz wie bei dieser DM. Ein halbes Jahr – für Schlieckmann grenzwertig. Der Grund: Es blieb lange unklar, ob die Meisterschaften überhaupt in Braunschweig stattfinden würden. Die vom DLV geforderten 125 000 Euro konnte und wollte die Stadt nicht aufbringen. Schließlich fanden sich sechs Unternehmen, die in den „DM-Topf“ einzahlten. Die Schwierigkeit dabei war, dass es zu Konflikten mit den Sponsoren des DLV hätte kommen können. „Die Braunschweiger Unternehmen waren einverstanden, öffentlich nicht im Zusammenhang mit der DM zu werben. Die Bedeutung der Veranstaltung war ihnen das wert. Das war eine schwierige Gratwanderung, ob das so funktioniert, aber nun eine Besonderheit, dass es gelungen ist“, betont Otto Schlieckmann.
Karten für Bus und Bahn
Knapp 400 000 Euro kostet die Veranstaltung. Finanziert wird das Ganze aus Sponsoren- und Eintrittsgeldern. Zweimal 20 000 Karten könnten verkauft werden. Bislang wurden 14 000 Tickets abgesetzt. Bei den beiden Meisterschaften 2000 und 2004 sind so viele Karten verkauft worden, dass die Veranstaltungen mit einem finanziellen Plus abgeschlossen wurden. Schlieckmann hofft diesmal auf eine „schwarze Null“. Der Vorverkauf (keine extra Gebühren) läuft bis Freitag 18 Uhr an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Internet (www.leichtathletik.de). Die Eintrittskarten gelten gleichzeitig als Fahrausweise für den Öffentlichen Nahverkehr. Jeweils ab 10 Uhr sind die Kassen am Stadion geöffnet.
Gut für Braunschweig
Nicht unerheblich ist der wirtschaftliche Faktor der DM für Braunschweig, denn knapp 4000 Hotelbetten sind zwei Tage lang ausgebucht. Mehr als 100 Journalisten aller namhaften Zeitungen sowie 145 TV-Mitarbeiter sind akkreditiert. 350 ehrenamtliche Helfer vornehmlich aus der Region sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. 150 Kampfrichter überwachen die Wettkämpfe.
Otto Schlieckmann ist besonders gespannt auf die Entscheidung im Weitsprung der Männer. „Sebastian Bayer will nach seiner Fußverletzung über die Acht-Meter-Marke springen.“ Mit 8,49 Meter im vergangenen Jahr landete er auf Position zwei der ewigen nationalen Freiluft-Bestenliste.
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