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„Ohne Klausel wäre Gerrit ablösefrei gewesen“

Ist zu Mainz 05 gewechselt: Eintrachts Gerrit Holtmann. Foto: Susanne Hübner

2. Fußball-Bundesliga: Eintrachts sportlicher Leiter Marc Arnold erläutert Holtmann-Transfer zu Mainz 05.

Von Elmar von Cramon, 13.06.2016.

Braunschweig. Auch Tage nach seiner Bekanntgabe schlägt der Wechsel von Gerrit Holtmann zu Mainz 05 hohe Wellen: „Ich kann die Enttäuschung der Fans ein Stück weit nachvollziehen, allerdings ist es im Profifußball nun einmal üblich, dass Spieler vorzeitig wechseln“, äußert Marc Arnold zwar Verständnis für den Wechsel des Toptalents, rückt gleichzeitig aber die Perspektiven zurecht: „Bei uns war es lange Zeit nicht üblich, dass andere Klubs Interesse an unseren Spielern hatten, doch bis auf den FC Bayern verliert fast jeder Verein im Sommer ein bis zwei seiner besten Spieler.“

Den Wechsel von Holtmann, der vor zwei Jahren aus der U19 des OSC Bremerhaven zur U23 der Blau-Gelben stieß, sieht der 45-Jährige demzufolge auch als Kompliment für die Nachwuchsarbeit im ganzen Verein: „Wir können stolz darauf sein, dass unser Nachwuchs das Interesse arrivierter Bundesligaklubs auf sich zieht und wir Spieler für sehr gute Ablösesummen verkaufen können.“ In diesem Zusammenhang verteidigt der sportliche Leiter der Löwen auch die Ausstiegsklausel in Holtmanns Vertrag, den er im Winter bis 2019 verlängert hatte, obwohl bereits Bundesligavereine ihr Interesse bekundet hatten: „Ohne die Klausel wäre der Vertrag nicht zustande gekommen und Gerrit am Saisonende ablösefrei gewesen.“ Karim Bellarabi, der vor rund sechs Jahren eine ähnlich gute Verhandlungsposition besaß, hatte sich damals gegen eine Vertragsverlängerung entschieden und war ohne Ablösesumme zu Bayer Leverkusen gewechselt.
Vorwürfe wegen der bei Vertragsunterzeichnung geäußerten Treuebekenntnisse zu Eintracht möchte Arnold dem Spieler auch aufgrund seiner Jugend nicht machen: „Gerrit ist gerade einmal 20 Jahre alt und wer ihn als Typ kennt weiß, dass die Äußerungen zum damaligen Zeitpunkt ernst gemeint waren.“
Der Wechsel von Holtmann nährt naturgemäß die Furcht vor dem nächsten blau-gelben Abgang. Mit Salim Khelifi, Saulo Decarli, Joseph Baffo oder Rafal Gikiewicz stehen weitere talentierte Kicker im Löwen-Aufgebot die für höherklassige Klubs interessant sein dürften: „Nach heutigem Stand sieht es jedoch nicht danach aus, als ob wir in dieser Transferperiode einen weiteren Spieler abgeben werden“, so der 45-Jährige.
In jedem Fall dürfte die Ablöse aufgrund der Tatsache, dass Holtmann noch bis 2019 an der Hamburger Straße unter Vertrag stand üppig ausfallen und sich zwischen zwei bis drei Millionen Euro bewegen.
Damit eröffnen sich den Blau-Gelben neue finanzielle Perspektiven, die dazu genutzt werden sollen, neben einem Stürmer und einem Innenverteidiger auch einen Holtmann-Ersatz zu verpflichten: „Die Ablöse ermöglicht es uns, den Kader noch breiter aufzustellen“ stellt Arnold klar, für den neben der Eintracht-Kaderplanung auch die bevorstehende Europameisterschaft ins Blickfeld rückt: „Es ist schwierig den Leistungsstand der deutschen Mannschaft einzuschätzen, da es auch vor der WM verletzte oder angeschlagene Spieler gab“, findet er. In jedem Fall traut er der Mannschaft von Jogi Löwe für den Turnierverlauf einiges zu: „Vor allem im Offensivbereich ist die Mannschaft top besetzt und verfügt mit Mario Gomez über einen echten Mittelstürmer, dem im Nationaltrikot hoffentlich endlich der Durchbruch gelingt.“ Selbstverständlich zählt die DFB-Elf für ihn auch zu den Favoriten auf den EM-Titel, den er ansonsten auch den „Three Lions“ zutraut: „Ich bin gespannt auf die Engländer und denke, dass sie für eine Überraschung sorgen können.“
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