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„Ob die Bahn schnell ist, liegt am Ende an mir“

Kratzte in Florida am Rekord: Lucas Jakubczyk. Foto: T.A.

Leichtathletik: Sprint-Ass Lucas Jakubczyk freut sich auf die Team-EM.

Von Christoph Matthies, 08.06.2014.

Braunschweig. Es ist 29 Jahre her, dass Frank Emmelmann den 100-Meter-Sprint in 10,06 Sekunden lief. Das ist noch immer deutscher Rekord, wackelte zuletzt aber gewaltig: Lukas Jakubczyk rauschte im Mai nur eine Hundertstelsekunde an der Bestzeit vorbei.

Zu bedrücken schien Jakubczyk der verpasste Rekord nicht, als er am Donnerstag das Eintracht-Stadion besuchte, wo am 21. und 22. Juni die Team-EM stattfinden wird. „Zahlen sind in der Leichtathletik zwar wichtig, aber das ist kein Ziel, das ich erreichen muss. Es gibt Dinge, die mir wichtiger sind“, erklärte der Mann aus Sachsen. Ziel ist für ihn erstmal, in Braunschweig überhaupt dabei zu sein, nachdem er die Team-EM 2013 im englischen Gateshead aufgrund einer Verletzung verpasste. „Und dann geht es darum, Erster zu werden und zwölf Punkte für das Team zu holen. Die Zeit ist da eher sekundär.“

„Die Besonderheit ist, dass sich auf einmal die Werfer für die Sprinter interessieren und die Sprinter für die Werfer“, beschrieb der 29-Jährige den speziellen Mannschaftsgeist, der eine Team-Veranstaltung von einem normalen Leichtathletik-Meeting unterscheide. Bei der Inspektion der neuen blauen Laufbahn fühlte sich Jakubczyk auch an das Olympia-Stadion in Berlin erinnert, wo Usain Bolt vor fünf Jahren Weltrekorde im 100- und 200-Meter-Sprint aufstellte, die noch immer Bestand haben. „In Braunschweig sind die Zuschauer eng dran, da ist Stimmung“, hofft er, dass der Heimvorteil den deutschen Athleten Höchstleistungen entlockt. Die Diskussion über schnelle oder langsame Bahnen hält er dagegen für überbewertet: „Für mich ist die Bahn 100 Meter lang. Ob sie schnell ist, liegt am Ende an mir.“

Dass Jakubczyk momentan an der Spitze des starken deutschen Lauffeldes steht, weshalb er die größten Chancen hat, am 16. Juni in den Kader für die Team-EM berufen zu werden, liege vor allem an seiner Vorbereitung: „Ich habe definitiv ein spezielles Training. Ich trainiere zu 60 oder 70 Prozent anders als der Rest“, lobt der Sprinter, der nebenbei studiert, seinen Coach, der beispielsweise Trainingsmethoden aus dem Zehnkampf importiert habe.
Vielleicht klappt es ja doch in zwei Wochen in Braunschweig mit einem neuen deutschen Rekord. Nach 29 Jahren wäre es eigentlich allmählich an der Zeit.
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