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Notwurf zum Haareraufen bringt die Vorentscheidung

Basketball-Bundesliga: Phantoms verlieren unglücklich mit 71:72 (29:40) gegen Quakenbrück.

Von Christoph Matthies, 06.11.2011.


Braunschweig. Nach einem schlechten Start fanden die Phantoms-Basketballer gestern Nachmittag in der VW-Halle erst im dritten Viertel ins Spiel. Weil der letzte Wurf sein Ziel verfehlte, hieß es am Ende dennoch 72:71 für Quakenbrück.

An Kyle Visser hat es am gestrigen Nachmittag sicher nicht gelegen, dass die Phantoms beim Ertönen der Schlusssirene das schlechtere Ende auf ihrer Seite hatten. Der bewegliche Center, dem es vor allem aufgrund von Foulproblemen nicht immer gelingt, sein Potenzial voll auszunutzen, erwischte gegen die Dragons aus Quakenbrück einen Sahnetag: Zehn von elf seiner Wurfversuche, darunter Hakenwürfe, die an Kareem Abdul-Jabbar gemahnten, fanden ihr Ziel, 21 Punkte und neun Rebounds standen schließlich in der Statistik des 26-jährigen Amerikaners. Dass es dennoch nicht für einen Braunschweiger Sieg reichte, hatte andere Gründe.
Gerade einmal 29 Zähler standen für die Phantoms zur Halbzeitpause auf dem Würfel unter der Hallendecke, elf weniger als für den Gegner aus der Kleinstadt im Artland. Besonders Rich Melzer, bis dahin in dieser Saison Topscorer der Phantoms, klebte das Pech sprichwörtlich an den Fingern. Auch Point Guard Stephen Dennis verstand es nicht, seinen Größenvorteil von rund 30 Zentimetern gegen Dragons-Aufbauspieler David Holston (1,67 Meter) auszunutzen. Im Gegenteil: Mit 20 Punkten avancierte Holston, Deutschlands beliebtestem Basketball-TV-Kommentator Frank Buschmann zufolge gerade mal einen Kopf größer als ein Spiegelei, zum Topscorer der Mannschaft von Headcoach Stefan Koch. Wirkungsvolle Defense spielte gegen den wieselflinken Guard nur Doppellizenzler Dennis Schröder, der in Halbzeit zwei allerdings nicht mehr zum Einsatz kam. „Holston ist noch mal ein ganzes Stück schneller als Stephen Dennis“, sparte Phantoms-Headcoach Sebastian Machowski nicht mit Lob für den Mann, der die Braunschweiger Verteidigung des Öfteren alt aussehen ließ. „Wir waren in der ersten Halbzeit nicht aggressiv genug, waren in vielen Eins-gegen-Eins-Situationen zu weit weg vom Mann“, kritisierte Machowski die Abwehrarbeit seines Teams.
Erst nach dem Seitenwechsel spielten die Phantoms ansehnlichen und effektiven Basketball. Wie eine Initialzündung wirkte ein Dreier von Immanuel McElroy zum 36:42, der zunächst auf dem Ring tanzte, herauszufallen drohte und sich schließlich doch für die Reuse entschied: Das Glück schien sich auf die Seite der Braunschweiger zu schlagen, die mit einer knappen 56:55-Führung ins Schlussviertel gingen. Fast sechs Minuten ohne Korberfolg der Phantoms halfen jedoch nicht dabei, die Führung, die zwischenzeitlich vier Punkte betrug, weiter auszubauen.
So wurde es am Ende dramatisch: Nachdem David Holston die Gäste mit einem unglaublich glücklichen Notwurf mit Ablauf der Wurfuhr mit 72:69 in Führung gebracht hatte, antwortete Kyle Visser mit einem Tip-In. Als der nächste Angriff der Dragons dank toller Teamdefense der Phantoms an der 24-Sekunden-Uhr scheiterte, blieben den Braunschweigern noch sechs Sekunden, um das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. Sehr zum Unmut der meisten der 3017 Zuschauer gelang es dem Serben Branko Jorovic jedoch nicht, einen recht offenen Mitteldistanzwurf mit der Schlusssirene zu verwandeln. Vielleicht wäre der blendend aufgelegte Kyle Visser gestern die bessere Option für den letzten Angriff gewesen.
Phantoms-Punkte: Visser 21, Jorovic 13, McElroy 9, Greer 9, Dennis 6, Schneiders 5, Kulawick 3, Mittmann 3, Melzer 2.
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