Anzeige

Neuer Platz fürs Finale möglich

Kritik an Fußball-Arena – Stadtmarketingchef im Gespräch – Alternativer Standort im Gespräch.

Von Ingeborg Obi-Preuss, 30.06.10

Braunschweig. Wenn Deutschland spielt, heißt es „volles Haus“ auf dem Platz an der Martinikirche. Einige Besucher mussten abgewiesen werden, es gibt auch Kritik an zu hohen Getränkepreisen. Die nB sprach mit Gerold Leppa, Chef des Stadtmarketings, über die Situation.

? Haben Sie für das Spiel am kommenden Sonnabend, Deutschland-Argentinien, vor, das Public Viewing zu verlegen?

!Nein.

? Wieviel Menschen finden in der Fußball-Arena Platz?

! 3000 Personen.

? Wie oft war der Platz schon „wegen Überfüllung“ geschlossen?

! Bisher mussten wir lediglich bei den drei Vorrundenspielen mit deutscher Beteiligung wegen Erreichen der Kapazitätsgrenze schließen. Beim Achtelfinale Deutschland-England mussten keine Fans abgewiesen werden.

? War der Platz an der Martinikirche nicht schon bei der WM 06 zu klein? Und ist er für Braunschweig nicht überhaupt zu klein?

! Der Platz An der Martinikirche ist der größte Platz in der Innenstadt und der einzige, an dem alle Auflagen erfüllt werden können (Lärmschutz beispielsweise), und der für eine Übertragung aller Spiele in Frage kommt. Er ist nur zu Spielen mit deutscher Beteiligung voll ausgelastet. Auch für die übrigen Spieltage muss für teils geringe Besucherzahlen die Arena betrieben werden, was bei einer größeren Fläche einen noch höheren Kostenaufwand verursachen würde. Eine Übertragung einer gesamten WM oder EM auf dem Schlossplatz samt aller Absperrungen ist aus verkehrlichen Gründen und aus Rücksicht auf Anlieger und Anwohner nicht denkbar. Darüber hinaus sollen auch die Aktivitäten der lokalen Gastronomen „leben können“. Viele Besucher entscheiden sich auch dafür, die Spiele in den Kneipen zu schauen beziehungsweise auf deren Außenflächen.

?Gäbe es einen alternativen Standort? Stadion, Schlossplatz oder das Harz-und-Heide-Gelände? Und wenn ja, warum wird der nicht gewählt?

!Der Bedarf scheint mir in einer solchen Größenordnung für die gesamte Vorrunde nicht da. Alternative Standorte werden derzeit für Halbfinale und Finale beziehungsweise Spiel um den dritten Platz diskutiert. Dafür aber sind Sponsoren nötig. Auch die Stimmung entsteht unter den Besuchern nur, wenn eine Fläche voll ist. Unserer Einschätzung nach haben nur Spiele mit deutscher Beteiligung ab dem Halbfinale das Potential, eine Fläche wie beispielsweise den Schlossplatz zu füllen. Das Harz-und-Heide-Gelände steht aufgrund anderweitiger Belegungen nicht zur Verfügung und bietet durch das Umfeld auch nicht das Ambiente für ein schönes Public Viewing. Darüber hinaus ist die Fläche durch die umliegende Wohnbebauung problematisch.

? Einige Besucher klagen über hohe Preise Getränkpreise. Warum dürfen die Besucher nicht eigene Sachen mitbringen. Sicherheitsaspekte dürften ja bei Plastikflaschen oder Brötchen nicht zählen?

!Die Gesamtkosten der Arena liegen bei rund 150 000 Euro. Dabei müssen auch Auflagen in Bezug auf die Sicherheit der Besucher erfüllt werden, die unter anderem durch die Polizei vorgeschrieben werden. Auch volle Plastikflaschen können als Wurfgeschosse verwendet werden. Andere Städte werden bestätigen können, dass solche Veranstaltungen in den seltensten Fällen kostendeckend sind. Die Besucher haben bei dieser Großveranstaltung freien Eintritt, das war uns wichtig. Zur Deckung der hohen Veranstaltungskosten sind ohne Frage auch Einnahmen aus dem gastronomischen Betrieb notwendig. Für die Veranstaltung Eintritt zu verlangen, um dadurch die Getränkepreise herabzusetzen wie es beispielsweise in Salzgitter oder Göttingen der Fall ist (Eintritt zwischen fünf und sieben Euro), war für uns keine Option. Und wenn man ehrlich ist, dann sind vier Euro für ein großes Bier 0,5 Liter doch auch nicht teuer, wenn man umsonst Fußball gucken kann.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.