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Nach zehn Minuten nur noch bergab

Spielte eine starke erste Halbzeit, tauchte dann aber ebenfalls ab: Immanuel McElroy (rechts, mit Robert Kulawick). Foto: T.A.

Basketball-Bundesliga: Die Löwen sind nach der Blamage gegen Göttingen Tabellenvierzehnter.

Von Christoph Matthies, 19.11.2014.

Braunschweig. Rund 400 Zuschauer, viele davon in Veilchenlila, hatten am Sonntagabend allen Grund, den 81:79-Sieg der Göttinger frenetisch zu feiern. Die restlichen 3200 Besucher der VW-Halle schämten sich, Fans der Basketball-Löwen zu sein.

Was die Blamage gegen den Aufsteiger besonders peinlich geraten ließ, war die gewaltige Fallhöhe. Der Einwand, dass die Göttinger selbst Meister Bayern in eigener Halle kalt erwischt hatten, zog diesmal nicht. Denn wer gegen ein Team mit 17 Punkten führt (31:14, 10. Minute), das auf seinen Topscorer und, nach dem Seitenwechsel, auch auf seine beiden nächstbesten Offensivoptionen verzichten muss, darf so eine Partie nicht mehr herschenken. Doch genau das geschah.

Denn plötzlich ging es rapide bergab, in Viertel zwei schmolz die Führung dahin. „Es war alles weg, was uns starkgemacht hat. Ich hatte in dieser Phase eine Aufstellung auf dem Feld, die nicht funktioniert hat“, befand Löwen-Coach Raoul Korner in der Pressekonferenz. Und stellte sich vor seine Spieler: „Das muss ich auf meine Kappe nehmen, da ist uns der Faden gerissen.“

Auch wenn Lucas Gertz und Cornelius Adler, der sein Heimdebüt gab, nun tatsächlich wenig gelang, so gingen die Löwen doch mit einer 46:41-Führung in die Pause, waren also immer noch in einer komfortablen Situation. Verantwortlich für die unnötigste Heimpleite seit Jahren waren eher andere. Center Kyle Visser etwa, der die beste Saison seiner Karriere spielt, am Sonntag aber gleich neun einfache Dunks und Korbleger liegenließ. Unerklärlich auch, warum Tim Abromaitis, als Waffe aus der Distanz verpflichtet, nicht einen Dreier nahm – und insgesamt nur einen Wurf. „Das ist eine Sache, mit der ich nicht zufrieden bin. Eine andere sind die 20 Punkte von Morgan“, zeigte sich Korner auch unglücklich mit der Defensive, die Göttingens Topscorer gewähren ließ.

Besonders süß schmeckte der Sieg dagegen für Robert Kulawick, der an alter Wirkungsstätte elf Punkte erzielte. Anmerken ließ er sich das aber kaum: „Ich bin einfach froh, dass wir hier den vierten Sieg eingefahren haben. Wenn wir da weitermachen, haben wir eine Chance, in der Liga zu bleiben.“ Über den Ligaverbleib müssen sich auch die Löwen, Vierzehnter der BBL, vor ihrem Härtetest am Sonntag in Berlin langsam Gedanken machen.
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