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Mehr Sport für weniger Geld

Marvin (l.) und Daniel treffen sich gern zum Fußballspielen im Westpark. Die beiden mögen die entspannte Atmosphäre, die vielen Nationen, die der Sport verbindet. Bis zu 30 Freizeitkicker kommen an manchen Tagen zusammen. Ärger gäbe es nie. Foto: André Pause

Der Masterplan Sport 2030: Braunschweigs Antwort auf eine Sportlandschaft in Bewegung.

Von Marion Korth, 30. August 2016

Braunschweig. Turnhalle und Fußballplatz – das sind die Orte, an denen Sport getrieben wird. Aber nicht nur. Der Masterplan Sport schürft tief, beschreibt die Stadt in ihrer Gänze erstmals als Bewegungsraum. Sportdezernent Christian Geiger ist froh, dass es gelungen ist, noch vor der Sommerpause und vor den anstehenden Kommunalwahlen dieses Grundlagenwerk zu verabschieden. Einstimmig übrigens, das ist etwas Besonderes.

Was „Denk Deine Stadt“ im Großen war, lief mit voller Unterstützung des Rates im Kleinen, um den Masterplan zu entwickeln. Eine repräsentative Befragung brachte heraus, welche Fitnessangebote die Menschen nutzen, ob sie im Verein organisiert sind oder nicht. In nachfolgenden Workshops wurden Ideen gesammelt, Schwachpunkte genannt, Leitziele entwickelt. „Ich bin ein großer Fan davon, gemeinsam solche größeren Rahmen zu entwickeln“, sagt Sportdezernent Christian Geiger.
Eine Erkenntnis ist, dass die Sportlandschaft durch sich verändernde Altersstrukturen und verändertes Freizeitverhalten mindestens ebenso in Bewegung ist, wie die Menschen selbst: Schützenvereine, denen die Mitglieder fehlen, jeder mit eigener Schießanlage und Vereinsheim, Vereinsgaststätten, die vor sich hindümpeln, fehlende Gymnastikräume, 60 brachliegende Tennisplätze in der Stadt. Und städtische Mittel, die sparsam verwendet werden müssen. Nicht nur, weil Geiger auch Finanzdezernent ist.
„Einige Vereine haben gemerkt, dass es keinen Sinn macht, sich gegeneinander abzugrenzen“, sagt Michael Loose, Fachbereichsleiter Stadtgrün und Sport. „Sie müssen sich zu leistungsfähigeren Einheiten zusammenfinden, dafür müssen wir werben“, ergänzt Sportdezernent Geiger. Mit weniger Geld mehr erreichen, so lautet der Anspruch der Verwaltung. Die Stadt will in die Zukunft investieren; 875 000 Euro fließen in den Nordosten, wo künftig die drei Sportvereine Waggum, Bienrode und Bevenrode an nur noch zwei Standorten, aber unter besten Bedingungen, gemeinsam trainieren. Nicht mehr benötigte Flächen können anderweitig genutzt werden. Die Kälberwiese – einst eine Sportanlage – ist so zum Baugebiet mitten in der Stadt geworden.
Die Hardware in Form von Sportstätten steht im Großen – Ausnahme die Kaltlufthalle – jetzt soll die Software überarbeitet werden. Die Stadt denkt über neue finanzielle Anreize nach, damit Sportvereine ihre Gruppenleiter weiter qualifizieren, neue Bewegungsangebote zum Beispiel für ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung etablieren. Die Ziele: Mehr Zusammenarbeit zwischen den Vereinen, mehr Aktivitäten mit Schulen und Kitas, mehr Projekte wie „Lebenschancen durch Sport“ vom VfB Rot-Weiß. Ganz grundsätzlich möchte Geiger Veränderungen anregen. Eine Überlegung geht dahin, die Nutzungsentgelte für Turnhallen deutlich anzuheben. „Wir könnten das Geld im Sport belassen – für eine bessere Ausstattung etwa oder die Qualifikation der Übungsleiter.“ Diese Maßnahme hätte auch erzieherischen Wert, da das Sportvergnügen für sehr kleine Gruppen ziemlich teuer werden würde. Ein Grund mehr, nach Partnern zu suchen oder das Angebot zu überdenken.
Ganz konkret sollen bestehende Lauf-, Rad- oder Inlinestrecken besser beschildert und bekanntgemacht werden, ebenso die öffentlich zugänglichen Freizeitplätze. Waldlauffeeling im Park durch Rindenmulchwege, das Ringgleis mit Inlinerspur am Rand, bestehende Sportanlagen zu Familienzentren ausbauen oder die Kaltlufthalle fürs Fußballspielen im Winter sind einige Punkte auf der Liste. Und dann ist da noch etwas: „Für die Leichtathleten ist derzeit kein Wintertraining möglich, deshalb haben wir eine Machbarkeitsstudie für eine Vierfach-Sporthalle in Auftrag gegeben“, sagt Geiger.
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