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Marc Arnold: „Tabellenführung ist nicht selbstverständlich“

Nach der Führung war die blau-gelbe Welt für (v.l.) Domi Kumbela, Onel Hernandez, Hendrick Zuck und Nik Omladic noch in Ordnung. Foto: Eibner

Fußball: Eintracht will endlich wieder drei Punkte einfahren – Unruhe bei 1860 München.

Von Elmar von Cramon, 22.11.2016.

Braunschweig. Nach dem gerechten 1:1 beim VfL Bochum warten Eintrachts Zweitliga-Fußballer mittlerweile seit drei Spielen auf einen Sieg. Dennoch hat die Mannschaft von Torsten Lieberknecht mit 27 Zählern nach wie vor die Tabellenführung inne, da sich auch die Konkurrenten unbeständig zeigen. Am Sonntag kommt es im Eintracht-Stadion zum „Löwenduell“ gegen 1860 München, wo es nach der gestrigen Entlassung von Trainer Kosta Runjaic und der Entmachtung von Geschäftsführer Thomas Eichin einmal mehr gewaltig brodelt.

Die Partie in Bochum sah Marc Arnold als „sehr gutes Zweitligaspiel mit einem verdienten Punkt für uns“. Allerdings fordert der sportliche Leiter der Blau-Gelben auch dazu auf, in Sachen Erwartungshaltung nicht zu übertreiben: „Ich warne davor es als selbstverständlich anzusehen, dass Eintracht Braunschweig Tabellenführer der 2. Bundesliga ist. Man muss sich immer wieder vor Augen führen, welche herausragende Leistung das ist. Wir haben 27 Punkte, die uns nicht geschenkt wurden, sondern die sich die Mannschaft hart erarbeitet hat.“
Nicht zu Unrecht weist der 46-Jährige außerdem darauf hin, dass der Platz an der Sonne nicht nur positive Seiten mit sich bringt: „Steht man auf Platz eins, legt jeder Gegner noch mal zehn Prozent oben drauf, weil er den Tabellenführer unbedingt schlagen will. Damit müssen unsere Spieler gerade auswärts lernen umzugehen und die Ruhe zu bewahren. Dieser Prozess ist vielleicht noch nicht ganz abgeschlossen.“
Der Großteil der Mannschaft kann im bisherigen Saisonverlauf auf größtenteils überzeugende Leistungen zurückblicken. Spieler wie Onel Hernandez, Domi Kumbela, Nik Omladic oder Jasmin Fejzic spielten sich sogar unerwartet weit in den Vordergrund. Andere Akteure wie Salim Khelifi haben jedoch mit Formschwankungen zu kämpfen. „Bei Salim lag die Messlatte durch die vergangene Saison sehr hoch“, weiß Arnold und hofft, dass der Flügelflitzer zu seiner Leichtigkeit zurückfindet: „Momentan fehlt es ihm etwas an Effektivität. Man sollte die Leistung aber auch immer über die gesamte Spielzeit sehen.“
In dieser Saison durfte Adam Matuschyk noch kein einziges Mal das Eintracht-Trikot überstreifen. Laut Arnold ist der Routinier aber wichtig für den Konkurrenzkampf: „Adam sorgt dafür, dass die Intensität im Training hochgehalten wird, außerdem haben wir einen relativ kleinen Kader, da wird jeder Spieler gebraucht.“ Über eine mögliche Trennung zur Winterpause denkt der Verein momentan nicht nach: „Die Gedanken gehen bei uns noch nicht um Personalfragen in der Pause. Sollte ein Spieler mit dem Wunsch auf uns zukommen, uns verlassen zu wollen, gilt es, einen Ersatz zu finden.“
Die Sorgen der Blau-Gelben hätte der kommende Gegner sicherlich gerne. Nach dem 1:1 gegen Kaiserslautern am Montagabend wurde Coach Runjaic entlassen und Geschäftsführer Eichin auf den Sportdirektorposten versetzt, den er bereits kommissarisch bekleidet hatte. Pikantes Detail: Die Trainerentlassung stand bereits vor der Partie fest, nachdem sich der Aufsichtsrat um den mächtigen Investor Hasan Ismaik unzufrieden über nur zwölf Punkte aus 13 Begegnungen und den damit verbundenen 14. Rang gezeigt hatte.
„Von der individuellen Qualität her gehört 1860 sicherlich nicht auf diesen Tabellenplatz. Es wurde vor der Saison sehr viel Geld investiert“, so Arnold, der von Interimscoach Daniel Bierofka erwartet, die Mannschaft „über die Motivationsschiene“ auf die Begegnung gegen Eintracht einzuschwören.
Statistik
Mannschaft: Fejzic (1,5) - Reichel (3), Baffo (4), Decarli (3), Sauer (3) - Correia (3,5), Moll (3) - Khelifi (4), Omladic (3) - Kumbela (3), Hernandez (3).
Eingewechselt: 59. Zuck (3,5) für Khelifi; 82. Nyman (-) für Hernandez; 90.+3 Hochscheidt (-) für Kumbela.
Tore: 0:1 (68.) Kumbela (Vorarbeit Hernandez); 1:1 (84.) Quaschner.
Zuschauer: 17 488
Chancenverhältnis: 8:4
Eckballverhältnis: 7:4
Gelbe Karten: Sauer, Reichel
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