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Machowskis Eisbären entführen Sieg aus der VW-Halle

Der nach einer Knieverletzung wiedergenesene Derek Needham kam auf Anhieb auf 15 Punkte und fünf Ballgewinne. Foto: Ammerpohl

Basketball-Bundesliga: Die Löwen verlieren mit 80:85 – Dritte Niederlage in Folge.

Von Christoph Matthies, 04.03.2016.

Braunschweig. Mit der 80:85 (40:34)-Heimniederlage gegen die Eisbären Bremerhaven haben die Löwen eine gute Chance im Playoff-Rennen verstreichen lassen. Jetzt wird es richtig schwer für die Braunschweiger, denen am Freitagabend der nötige Biss in der Defensive fehlte.

Es war das Spiel der Rückkehrer: Erst am Dienstag hatte Sebastian Machowski beim Tabellenvorletzten in Bremerhaven unterschrieben, nach drei Trainingseinheiten mit dem neuen Team stand der Ex-Phantoms-Coach dann bereits an der Seitenlinie der Volkswagenhalle. Auch Eisbären-Center Jannik Freese, der mit 16 Punkten stark aufspielte, ist in Braunschweig kein Unbekannter. Und dann war da, von allen Löwen-Fans heiß ersehnt, die Rückkehr von Aufbauspieler Derek Needham.

In der ersten Halbzeit lief für die Löwen zunächst alles nach Plan. Neun Sekunden vor Ende des ersten Viertels erhöhte BBL-Topscorer Keaton Grant, der im direkten Duell der besten Punktesammler der Liga gegen Kyle Fogg (19 Punkte) allerdings den Kürzeren ziehen sollte, erstmals auf fünf Punkte (23:18): Ganz clever hatte er zuvor das Foul an der Dreierlinie gezogen.

Im zweiten Viertel zogen die Löwen weiter davon, nach einer 11:0-Serie stand es 36:22 für die Gastgeber. Die Eisbären, bei denen der Trainerwechsel offensichtlich Wirkung zeigte, kämpften sich bis zur Pause aber bis auf 34:40 zurück. „In den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit ist bei uns defensiv der Faden gerissen“, befand Löwen-Coach Raoul Korner hinterher, „und das hat sich im dritten Viertel fortgesetzt.“ Drei Minuten nach dem Seitenwechsel übernahmen die Norddeutschen durch zwei Freiwürfe von Philip Zwiener erstmals seit dem ersten Viertel wieder die Führung – und das Spiel sollte bis in die Schlussminute völlig offen bleiben.

Zu wenig Ballbewegung gegen die Zone, zu wenig aggressiv im Fastbreak und vor allem das Fehlen der defensiven Identität, welche die Löwen bisher oft ausgezeichnet hatte: Coach Korner war mit seinen Jungs nicht zufrieden. „Ich konzentriere mich gar nicht so sehr auf die Tabelle“, sagte der Wiener, nach den verbliebenen Playoff-Chancen befragt, „mir gefällt einfach nicht, wie wir im Moment spielen.“ Die gelegentlich sichtbaren Abstimmungsprobleme zwischen Rückkehrer Needham und Nachverpflichtung Jermaine Anderson konnten die 2932 Zuschauer da noch am ehesten verschmerzen.

Doch die letzten drei Minuten taten weh: Eisbär Philip Zwiener traf per Dreier zum 76:76, der starke Larry Gordon (18 Punkte) erhöhte gar auf 78:76, während die Löwen offensiv Chancen liegen ließen. Der „Neckbreaker“ dann vielleicht schon 47 Sekunden vor Schluss, als Kyle Fogg von „Downtown“ zur 81:76-Führung der Gäste einnetzte. Insgesamt trafen die Eisbären elf von 18 Dreierversuchen – eine Statistik, die am Ende vielleicht den Ausschlag gab. Als es Tyrone Nash direkt im Anschluss nicht schaffte, den Ball zu Keaton Grant ins Feld zu bringen, packten die ersten Löwen-Fans bereits ihre Sachen. Sie verpassten nur noch, wie das Machowski-Team seine Freiwürfe zum Endstand sicher verwandelte.

Weil zeitgleich Würzburg in Ludwigsburg verloren hat(59:75), beträgt der Rückstand der Löwen auf die Franken immer noch drei Siege. Beide Teams haben noch zehn Spiele zu absolvieren.

Für die Löwen punkteten: Needham 15 (5 Steals), Nash 15, Grant 14, Anderson 11, Frease 10 (8 Rebounds, 5 Assists), Stevens 7, Simon 6, Amaize 2.
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