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Löwen verlieren auch beim Aufsteiger

Topscorer mit 19 Punkten: Derek Needham. Foto: Ammerpohl

Basketball-Bundesliga: Kämpferisch hat es beim 71:73 (44:35) in Gießen immerhin gestimmt.

Von Christoph Matthies, 08.04.2016.

Braunschweig. Blamable Freiwurfquote, schlechte Rebound-Arbeit in Halbzeit zwei und ein unsichtbarer Keaton Grant – die unnötige 71:73-Niederlage der Löwen-Basketballer am Freitagabend bei Aufsteiger Gießen hatte mehrere Gründe. Immerhin: An mangelndem Kampfgeist lag es nicht.

Die Löwen begannen gut, nach vier Minuten traf Kapitän Nico Simon den ersten Dreier zur 11:6-Führung. Auch defensiv stimmte es bei den Gästen, zu leichten Punkten kamen die Gießener nur, wenn sie ins Laufen kamen. Ansonsten lief es aber auch schon mal so wie nach fünf Minuten, als Center Kenny Frease, der ansonsten blass blieb, den Wurf seines Gegenspielers abräumte und daraus einen Fastbreak kreierte, den Keaton Grant per Korbleger zum 13:7 abschließen konnte.

Mit diesem Korb war Grants Arbeitstag dann aber auch quasi beendet. Die restlichen 35 Minuten war der Spieler, der die Liga lange in Punkten angeführt hatte, unsichtbar. Grant fiel nur noch auf, wenn er geblockt wurde, Fahrkarten (auch von der Freiwurflinie) schoss oder unnötige Fouls beging. Am Ende standen vier Punkte (2/10 Treffer) auf dem Statistikbogen. Wer die tiefe Krise des talentierten Amerikaners nach der Frankfurt-Partie für beendet erklärt hatte, lag gründlich daneben.

Ende des ersten Viertels übernahm dafür Power Forward Amin Stevens, und er sollte seine Löwen bis weit ins zweite Viertel offensiv tragen. Ob per Korbleger aus dem Drive, Tip-In nach Fehlwurf oder kleinem Sprungwurf aus der Drehung: Der Mann mit den guten Händen in Korbnähe punktete fast nach Belieben, hatte zur Halbzeit schon 14 Zähler auf dem Konto. Auch die Point-Guard-Kombo Derek Needham und Jermaine Anderson konnte im zweiten Viertel mit getroffenen Distanzwürfen dringend benötigtes Selbstvertrauen tanken – von Krise war vor der Pause nichts zu merken bei den Löwen, und die 44:35-Pausenführung spiegelte das wider.

Die ersten fünf Löwen-Punkte der zweiten Halbzeit gehörten Derek Needham. Die 46ers blieben allerdings dran, auch weil das Publikum nun ins Spiel kam. Einige (richtige) Entscheidungen der Schiedsrichter gefielen den Heim-Fans gar nicht: Fortan wurde bei jedem Ballbesitz gepfiffen. Und auch sonst präsentierte sich die mit knapp 3500 Besuchern gefüllte Sporthalle Ost als der Hexenkessel, den man aus so vielen Partien kennt. Die Stimmung zeigte Wirkung, gegen Ende des dritten Viertels kamen die Hausherren in einen Rhythmus, und als Ethan Wragge einen weiten Dreier zum 50:54 traf (29. Minute), war das Spiel völlig offen.

„Wir haben die wichtigen Rebounds nicht bekommen und einfache Punkte beim Freiwurf liegenlassen“, analysierte Korner nach der Partie, warum es am Ende doch nicht klappte mit dem ersten Sieg nach drei Pleiten. Tatsächlich zeugten nur 15 Treffer bei 26 Versuchen (58 Prozent) erneut von einem ganz schwachen Freiwurfhändchen. Auch erwachte in der Schlussphase Gießens Allstar und Topscorer Suleiman Braimoh, der bis dahin gar nichts getroffen hatte.

Doch die Löwen kämpften auch noch, als sich das Blatt längst gewendet hatte. Tyrone Nash traf 40 Sekunden vor Schluss einen seiner seltenen Dreier zum 67:69-Anschluss, dreißig Sekunden später war Stevens zur Stelle und brachte die Löwen per Korblger „and one“ auf 70:71 heran.

Danach foulte Braunschweig sofort, Gießens Eric Palm blieb an der zweimal Linie cool (73:70). Nach dem absichtlichen Foul der 46ers drei Sekunden vor Schluss traf Anderson den ersten Freiwurf und setzte den zweiten absichtlich daneben. Der Plan ging auf, die Löwen kamen in Ballbesitz – doch Derek Needham, mit Amin Stevens bester Braunschweiger an diesem Abend, verfehlte den letzten Verzweiflungsdreier deutlich. So konnte Gießen einen wichtigen Sieg für die Playoffs feiern, während die Löwen (Platz zehn) von diesem Traum endgültig Abschied nehmen mussten.

Für die Löwen punkteten: Needham 19, Stevens 18, Nash 14, Anderson 7, Simon 6, Grant 4, Theis 2, Frease 1.
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