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Löwen überrumpeln Aufsteiger Vechta

Carlos Medlock hatte seine stärkste Phase im zweiten Viertel, als die Führung bis auf 16 Punkte anwuchs. Foto (Archiv): Ammerpohl

Basketball-Bundesliga: Starke erste Halbzeit ist der Grundstein zum 72:59-Erfolg.

Von Christoph Matthies, 23.09.2016.

Braunschweig. Besser hätte die 51. Bundesliga-Saison für die Löwen-Basketballer nicht beginnen können. Mit einem überraschenden 72:59 (43:27)-Sieg gegen Aufsteiger Rasta Vechta hat der von vielen als Abstiegskandidat Nummer eins angesehene Klub die ersten Punkte für den Klassenerhalt eingefahren.

Selbst Nico Simon, einer der ganz wenigen verbliebenen Spieler aus der vergangenen Saison, schien nach Spielende ein wenig überrascht zu sein ob des deutlichen Ergebnisses. „Hut ab vor dieser Teamleistung“, sagte der Shooting Guard, der selbst mit viel Einsatz und zehn Punkten überzeugen konnte.

Zu Beginn war es vor allem US-Boy Geoffrey Groselle, der bei den Löwen die Akzente setzte. Die ersten sechs Punkte erzielte der agile Center und hielt die Braunschweiger von Beginn an im Spiel. Besonders sehenswert sein Putback-Slam zum 6:6 (3. Minute). Die Gastgeber, mit 3100 euphorischen Fans im Rücken, die ihre Rückkehr in die Bundesliga feierten, konnten sich nicht absetzen – im Gegenteil, fast von Beginn an liefen sie den Löwen hinterher.

Mit einer 23:16-Führung gingen die Löwen ins zweite Viertel, nachdem Carlos Medlock, bei seinem Ex-Klub sicherlich besonders motiviert, mit dem ersten Viertelende Dyshawn Pierre offen an der Dreierlinie fand. Nicht nur wegen seiner 16 Punkte wurde Pierre Mann des Tages. Acht Rebounds, fünf Assists und vier Ballgewinne standen außerdem für den Kanadier, der erst zwei Wochen vor Saisonbeginn verpflichtet worden war, zu Buche. Schön zu sehen, wie Pierre beim Rebound ackerte, offensiv Fouls zog und immer wieder auch ein Auge für seine Mitspieler bewies.

Vor der Pause drehte dann Medlock richtig auf. Zwei ganz weite – und auch etwas wilde – Dreier, die ihr Ziel fanden, dazwischen eine sehenswerte Attacke auf den Korb, per Korbleger vollendet, und der Löwen-Vorsprung war zweistellig. Aus der Mitteldistanz stellte Pierre die 43:27-Pausenführung her. Bei Gastgeber Vechta waren zu diesem Zeitpunkt weder Ex-Löwe Derrick Allen noch ProA-MVP Christian Standhardinger nennenswert in Erscheinung getreten – was auch mit der druckvollen und gut sortierten Braunschweiger Verteidigung zu tun hatte. Zudem hatten sich die Braunschweiger extrem ballsicher präsentiert, nur zwei Ballverluste waren ihnen unterlaufen – gerade zu Saisonbeginn ein sensationeller Wert.

Nach der Pause fanden die Löwen immer die richtige Antwort auf die Bemühungen der „Rastaner“. Als Mitte des dritten Viertels Tim Schwartz, der seine Rolle als klassischer „Stretch Four“ gut ausfüllte, per Dreier die 16-Punkte-Führung wiederherstellte (54:38), kam erstmals das Gefühl auf, dass diese Mannschaft diesen Vorsprung tatsächlich behaupten konnte. Auch Löwen-Trainer Frank Menz, den wir schon in der Vorbereitung als bedingungslosen Optimisten kennenlernen durften, wirkte zu diesem Zeitpunkt bereits äußerst zuversichtlich.

Dass die Löwen am Ende so deutlich gewannen, lag ein Stück weit allerdings auch an den Vechtanern, die einfache Chancen liegenließen, vor eigenem Publikum regelrecht nervös wirkten. Und doch: Bei so manchem vergebenen, scheinbar leichten Korbleger der Hausherren war auch eine Löwenpfote dazwischen. Zwei Minuten vor Spielende führten Dyshawn Pierre und Co. noch mit 20 Punkten, ehe sie in der Schlussphase die Zügel etwas lockerer ließen. „Es macht Spaß mit diesen Jungs“, befand Nico Simon hinterher – eine Meinung, der sich die anwesenden Löwen-Fans sicher anschließen konnten.

Für die Löwen punkteten: Pierre 16 (8 Rebounds, 5 Assists), Medlock 11 (5 Assists), Simon 10, Groselle 10, Guyton 8, Freese 7, Schwartz 6, Theis 4, Figge.
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