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Löwen lösen das Ticket zum Klassenerhalt

Thomas Klepeisz kam gegen Vechta auf 23 Punkte und sieben Assists und verbuchte nicht einen einzigen Fehlwurf. Foto: Hübner

Basketball-Bundesliga: Nach dem 87:73-Heimsieg gegen Vechta sind die Braunschweiger praktisch durch.


Von Christoph Matthies, 12.04.2017.

Braunschweig. Erdbeben am Europaplatz: Team, Verantwortlichen und Fans der Löwen-Basketballer fiel kollektiv ein Stein von Herzen, als die Schlusssirene in der Volkswagenhalle ertönte. Die Gastgeber hatten den direkten Konkurrenten aus Vechta im Abstiegs-Showdown mit 87:73 bezwungen – und damit den Klassenerhalt de facto sichergestellt.

Die letzte Aktion, quasi mit der Schlusssirene, spiegelte die Partie im Prinzip wider. Löwe Dyshawn Pierre blockte den finalen Wurf von Ex-Braunschweiger und BBL-Rekordkorbjäger Derrick Allen mit ganz viel Schmackes – die Löwen wollten den Sieg am Mittwochabend einfach mehr. Und diesen Eindruck konnte man schon im ersten Viertel gewinnen, bis zu dessen Ende sich die Gastgeber auf 27:20 abgesetzt hatten. Zur Halbzeitpause betrug der Vorsprung bereits elf Zähler.

„Lustlos“, charakterisierte dagegen Vechta-Coach Doug Spradley einige seiner Spieler – ein vernichtenderes Urteil kann ein Trainer über sein Team in einer derart wichtigen Partie kaum stellen. Tatsächlich wirkten, die Löwen aktiver, bereiter, mit dem entscheidenden Funken Einsatz mehr. Und mit ganz coolen Wurfhändchen. Combo-Guard Tommy Klepeisz, am Ende Löwen-Topscorer mit 23 Punkten, gab mit einem ersten, relativ wilden Dreier, der auf Anhieb durch die Reuse flutschte, die Richtung vor. „Heute ist mein Wurf Gott sei dank endlich aus dem Winterschlaf erwacht“, freute sich der sympathische Österreicher, dass er seinem Team im wichtigsten Spiel der Saison mit 4/4 Dreiern und 11/11 Freiwürfen helfen konnte. Außerdem legte Klepeisz ungewohnt starke sieben Assists auf.

Doch trotz der herausragenden Leistungen von Klepeisz und – wegen acht Ballverlusten mit Abstrichen – dem Kanadier Pierre (19 Punkte, 13 Rebounds, 4 Steals) war es echte eine Mannschaftsleistung gegen Vechta. „Jeder musste heute im Rahmen seiner Möglichkeiten Leistung bringen. Und das haben auch alle gemacht“, fand ein merklich erleichterter Löwen-Trainer Frank Menz lobende Worte für sein Team. Lediglich Co-Kapitän Nico Simon war wegen einer Sprunggelenksverletzung zum Zuschauen verdammt. „Bei so einem Spiel auf der Bank zu sitzen, nervt natürlich. Aber die Jungs haben das super gemacht.“

Die Löwen kamen noch heißer aus der Halbzeitpause, erhöhten den Abstand nach 24 Minuten gar auf 19 Punkte (60:41). Spradley war über diese Phase anschließend richtig sauer. „Wir kommen aus der Kabine und haben null Energie, null Körpersprache. Wie willst du so ein Spiel gewinnen?“

Des einen Frusts, des anderen Freude. Unterstützt von den meisten der 3105 Zuschauer in der VW-Halle, in einer intensiven Atmosphäre, die der Bedeutung des Spiels gerecht wurde, brachten die Löwen das Spiel nach Hause, auch wenn sie in der Schlussphase eine gewisse Nervosität zeigten (sieben Ballverluste in Viertel vier). Näher als auf 69:79 (38. Minute) kamen die Gäste aber nicht mehr an die Braunschweiger heran, die den Sieg an diesem Abend einfach mehr wollten.

Für die Löwen punkteten: Klepeisz 23 (7 Assists), Pierre 19 (13 Rebounds), Medlock 14, Schwartz 11, Boykin 8, Groselle 7 (12 Rebounds), Hollins 5, Figge, Theis.
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