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Löwen haben schweren Stand gegen Bamberg

Lichtblick gegen Bamberg: Junioren-Nationalspieler Luis Figge (9 Punkte) zeigte gegen die übermächtigen Oberfranken keinen Respekt. Foto: T.A.

Basketball-Bundesliga: Der Deutsche Meister macht beim 96:48 in der VW-Halle keine Gefangenen.

Von Christoph Matthies, 30.09.2016.

Braunschweig.
Wer vielleicht doch heimlich auf eine Sensation gehofft hatte, trat am Freitagabend sicher enttäuscht den Heimweg aus der VW-Halle an. Alle anderen konnten wohl irgendwie mit der 48:96 (25:47)-Abreibung der Löwen-Basketballer durch die Bamberger leben, war es doch das ungleiche Duell eines europäischen Spitzenteams gegen einen Abstiegskandidaten der Bundesliga.

Partien gegen Bamberg sind selten die attraktivsten Spiele, zu oft führt die Überlegenheit der Franken zu gähnender Langeweile. „Für uns war Bamberg heute mindestens eine Nummer zu groß“, befand denn auch Löwen-Trainer Frank Menz nach der Partie. Geknickt wirkte der Trainer nach seinem missglückten Heimdebüt dennoch nicht – warum auch, sind es doch gewiss andere Spiele, die man gewinnen muss, um die Klasse zu halten.

Nach nicht einmal drei Minuten stellte Gäste-Aufbau Fabien Causeur, französischer Nationalspieler und Nachfolger von Liga-MVP Brad Wanamaker, auf 10:2 für die Gäste. Gleich zweimal hintereinander ließ Causeur sein Gegenüber Carlos Medlock einfach stehen und attackierte den Korb für den Layup. Auch offensiv gelang Medlock, wie dem Rest den Löwen-Teams, nicht viel. „Wir haben heute eine solide Defense gespielt, besonders gegen ihren Point Guard“, stellte Bambergs Coach Andrea Trinchieri zufrieden fest. Der Italiener hatte ganz darauf gesetzt, den Spielaufbau der Löwen im Keim zu ersticken, und das gelang weitgehend.

Auf der anderen Seite hatten die Löwen-Verteidiger gegen die schnelleren und physisch stärkeren Stars des Meisters einen ganz schweren Stand. Und nicht nur körperlich, auch taktisch spielen die Bamberger auch in diesem Jahr in einer anderen Liga. „Als Trainer interessieren wir uns sehr für den Basketball, den Bamberg spielt“, zollte Menz seinem Gegenüber Respekt und ergänzte anerkennend: „Es ist einer der besten Stile in Europa.“

Die Braunschweiger dagegen schienen nach ihrem starken Auftritt in Vechta nun mit fortschreitender Spielzeit zunehmend vor den Gästen zu erstarren wie das Kaninchen vor der Schlange. Besonders im dritten Viertel (5:25) ging gar nichts mehr, Spieler wie ein Dyshawn Pierre, in Vechta noch bockstark, schienen das Basketballspielen verlernt zu haben. Und auch der junge Doppellizenzspieler Constantin Ebert, den Menz für ein paar Minuten einfach mal ins kalte Wasser warf, war der Aufgabe noch nicht gewachsen. Ein 29:0-Lauf (!) der Bamberger brach der Heimmannschaft endgültig das Genick.

„Wir haben heute viel zu früh unser Selbstvertrauen verloren“, bedauerte Menz, der eigentlich noch mehr durchwechseln wollte, doch befürchtete, den Zuschauern damit vielleicht zu viel zuzumuten. Die meisten der 2623 Besucher der VW-Halle schienen den Löwen die üble Demontage jedoch nicht übelzunehmen. „Die Zuschauer waren heute fantastisch und haben uns trotz des hohen Spielstands bis in die Schlussminuten unterstützt“, war Braunschweigs neuer Cheftrainer angetan von der Reaktion des Publikums.

Dieses erfreute sich am Ende vor allem an Flügelspieler Luis Figge, der seine 14 Minuten Einsatzzeit nutzte, um frech und ohne zu großen Respekt aufzuspielen. Der 19-jährige Junioren-Nationalspieler war schließlich mit neun Punkten der Topscorer der Löwen und einer der wenigen Gründe, dass es am Ende doch gar nicht so langweilig wurde.

Am Sonntag (18 Uhr) spielen die Braunschweiger nun bei den Gießen 46ers. Einem Gegner, bei dem die nächsten Punkte gegen den Abstieg eher zu holen sein dürften als gegen das Bamberger Star-Ensemble, bei dem Ex-NBA-Flügel Darius Miller die meisten Punkte (16) gelangen.

Für die Löwen punkteten: Figge 9, Groselle 8, Guyton 7, Theis 6, Simon 6, Medlock 5, Freese 5, Pierre 2, Schwartz, Lagerpusch, Ebert.
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