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Löwen graben sich ein Loch – und gewinnen doch

Bazou Koné machte am Donnerstagabend eines seiner besten Spiele im Löwen-Trikot. Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Basketball-Bundesliga: Gegen die Skyliners aus Frankfurt gelingt ein 77:74-Heimsieg.

Von Christoph Matthies, 08.02.2018.

Braunschweig. Für Braunschweigs Basketballer sind die Skyliners Frankfurt schon seit vielen Jahren so etwas wie ein Angstgegner. Am Donnerstagabend sahen 2055 Zuschauer in der VW-Halle, wie die Löwen ihre negative Bilanz gegen die Hessen mit einem 77:74-Erfolg zumindest ein bisschen aufbessern konnten.

Frank Menz konnte sich nach dem Sieg zunächst gar nicht recht freuen, denn das Spiel seiner Mannschaft hatte ihm lange Zeit gar nicht gefallen. „Wir hatten weder offensiv noch defensiv einen Rhythmus“, fand der Löwen-Trainer und meinte damit im Prinzip die ersten drei Viertel. Doch während die Löwen in der ersten Halbzeit trotz Schwächen noch mithalten konnten, gruben sie sich im dritten Viertel ein tiefes Loch.

Es erinnerte sehr an die Hinspielpleite in Frankfurt, mit wie wenig Fokus und Intensität die Braunschweiger aus der Kabine kamen. Fast fünf Minuten dauerte es, bis DeAndre Lansdowne den ersten Löwen-Punkt der zweiten Halbzeit an der Freiwurflinie erzielte. Die Frankfurter, mit einer 38:37-Führung in die Halbzeit gegangen, setzten sich immer weiter ab, 85 Sekunden vor Ende des dritten Durchgangs gar bis auf 14 Zähler (43:57). Dann allerdings sandten Bazou Koné und DeAndre Lansdowne, die stärksten Löwen an diesem Abend, mit zwei verwandelten Dreiern erste Lebenszeichen. Trotzdem: Der Rückstand vor dem Schlussviertel betrug satte elf Punkte (49:60).

„Wenn man solche Spiele gewinnt, sagt das sehr viel über den Charakter der Mannschaft“, drückte Löwen-Geschäftsführer Sebastian Schmidt nach der Partie seinen Respekt aus. Und das zu Recht, denn es war mitreißend und begeisternd, wie viel Herz die Gastgeber in den letzten zehn Minuten zeigten, um das Spiel noch zu gewinnen. Tommy Klepeisz setzte bereits nach 15 Sekunden mit drei verwandelten Freiwürfen das Signal zur Aufholjagd, wenige Sekunden später stibitzte sich Lansdowne den Ball und stopfte – sehr zur Freude des nun erwachten Publikums.

Vier Minuten vor Schluss ein weiterer mitreißender Spielzug. Anthony Morse blockte hinten spektakulär, den Fastbreak schloss Lansdowne per Dreier ab – und die Löwen lagen plötzlich wieder vorne (69:68). Als der US-Guard kurz darauf per Korbleger zum 71:68 traf, hatten die Löwen einen 14:0-Lauf hingelegt. Gelesen war die Messe damit allerdings noch lange nicht, nun wechselte die Führung munter hin und her. Die „Big Plays“ gelangen nun aber den Löwen, die in den letzten 84 Sekunden keine Punkte der Frankfurter mehr zuließen. Der letzte Dreier von Frankfurts Topscorer Philip Scrubb, der das Spiel ausgeglichen hätte, ging weit daneben. Zuvor hatte Anthony Morse zwei Freiwürfe sicher zum 77:74 verwandelt.

Durch den dritten Sieg in Folge sind die Löwen zwar nicht in der Tabelle geklettert, haben als Zwölfter nun aber schon sechs Siege Vorsprung auf einen Abstiegsplatz – und nur einen Sieg weniger als Meister Bamberg auf Playoff-Platz acht.

Für die Löwen punkteten: Lansdowne 23, Koné 16, Klepeisz 13, Eatherton 10, Schwartz 6, Morse 6, Nawrocki 3, Lagerpusch, Alte, Janavicius.
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