Anzeige

Löwen gewinnen Krimi im Artland

Braunschweigs Nummer 15 erzielte im Artland ebenso viele Punkte: Derrick Allen. Foto (Arvchiv): T.A.

Basketball-Bundesliga: Freiwurfschwäche kostet am Ende fast den 78:75-Auswärtssieg.

Von Christoph Matthies, 07.03.2015.

Braunschweig. In einem wahren Thriller konnten sich Braunschweigs Basketballer zwei wichtige Punkte für die Playoff-Teilnahme sichern. Bester Werfer der Löwen beim 78:75 (35:34) am Samstagabend in Quakenbrück war ihr Routinier Derrick Allen mit 15 Zählern.

Zwei Teams, die in den letzten zehn Spielen der Saison um die Playoffs kämpfen: Eine gute Voraussetzung für ein spannendes Niedersachsen-Derby – und das wurde es dann auch. „Wir waren in einer Do-or-die-Situation“, sagte Löwen-Trainer Raoul Korner, der erst am Mittwoch einen neuen Vertrag für die kommende Saison unterzeichnet hatte, über die nervöse Partie. Besonders an der Freiwurflinie zeigte seine Auswahl ungewohnte Nachlässigkeit (nur 29 Treffer bei 46 Versuchen), die am Ende aber nicht bestraft wurde.

Den besseren Start erwischten die Braunschweiger. Center Kyle Visser erzielte die ersten fünf Punkte für sein Team. Nach drei Minuten, als Visser einen weiteren Korbleger traf, stand es bereits 10:2 für die Gäste. Doch Braunschweigs Größter, der in den vergangenen Wochen mit seiner Form haderte, war trotz seiner frühen Offensiverfolge auch in Quakenbrück das Sorgenkind. Nach nur acht Minuten bekam Visser bereits sein drittes Foul. Für ihn war die erste Halbzeit damit beendet.

Es war alles andere als ein Offensivfeuerwerk, was beide Teams in den ersten 20 Minuten zeigten. Die Gäste hatten aber mehr von der Partie, schafften es Mitte des zweiten Viertels erneut, sich mit acht Punkten abzusetzen (20:28). Trent Lockett hatte sich ein Herz gefasst, nach einem Dreier aus der linken Ecke gleich auch noch einen Korbleger „in traffic“ nachgelegt. Dass die Löwen zur Pause dennoch nur mit 35:34 führten, lag an zu vielen zugelassenen Offensivrebounds und der schon bis dahin ganz schwachen Freiwurfquote (13/21).

„Wir haben hin und wieder doch mal einen Freiwurf getroffen und jeden zehnten Rebound eingesammelt“, ließ Korner im Web-TV-Interview durchblicken, mit welchen Aspekten des Löwen-Spiels er nicht zufrieden war. Immerhin: Die Defense funktionierte gut, und mit aggressivem Offensivspiel kamen die Gäste häufig an die Freiwurflinie. Hatte er seinem Team bei der Heimniederlage gegen Alba noch attestiert, es sei mit 27 Dreierversuchen „zu weich“ gewesen, so lag der Akzent am Samstag eher wieder innen. Nur zwölf Dreier nahmen die Löwen in 40 Minuten, im Schlussviertel verzichteten sie sogar ganz auf den Distanzwurf.

Dass sich das Braunschweiger Spiel nach innen verlagerte, lag auch am immer stärker werdenden Derrick Allen, der acht seiner 15 Punkte im vierten Abschnitt erzielte. Fünf Minuten vor Schluss traf der erfolgreichste aktive Punktesammler der Basketball-Bundesliga aus der Mitteldistanz zum 67:54, der dringend benötigte Auswärtssieg schien realistisch. Doch die Dragons gaben sich nicht auf, ein Dreier von Ex-Braunschweiger Brandon Thomas 25 Sekunden vor der Schlusssirene verkürzte auf 70:73. Die Löwen mussten es nun ausgerechnet an der Freiwurflinie richten, doch wieder zeigten Immanuel McElroy und Dru Joyce Nerven. Ein Dreier von Antonio Graves und zwei erfolgreiche Freiwürfe von Lawrence Hill verkürzten gar auf 75:76, doch nun blieb „Imac“ an der Linie cool, während ein letztes Stoßgebet der Artländer von weit draußen mit Ertönen des Buzzers nicht den Weg ins Netz fand.
Statt einer Verlängerung gab es großen Jubel bei den Löwen, die in der Tabelle an Quakenbrück vorbeizogen und als Neunter weiter von den Playoffs träumen dürfen.

Für die Löwen punkteten: Allen 15 (12 Rebounds), Abromaitis 13, Joyce 12 (7 Assists), Visser 9, Lockett 8, Simon 7, McElroy 6, Pluskota 5, Adler 3.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.