Anzeige

Löwen demontieren Bayreuth

Derart zu kämpfen wie hier gegen Bambergs Yassin Idbihi hatten Keaton Grant (links) und Kenny Frease in Bayreuth selten. Foto (Archiv): Hübner.

Basketball-Bundesliga: Braunschweig erteilt den Franken mit 98:58 eine Lehrstunde.

Von Christoph Matthies, 07.10.2015.

Braunschweig.
Ein Duell auf Augenhöhe hatten die meisten BBL-Kenner am zweiten Spieltag bei der Partie der Löwen in Bayreuth erwartet. Stattdessen zeigten die Braunschweiger am Mittwochabend eines ihrer souveränsten Spiele der vergangenen Jahre und schossen die Gastgeber beim 98:58 (40:26) förmlich aus der Halle.

Die Braunschweiger erwischten einen tollen Start, gingen durch jeweils vier Punkte von Center Kenny Frease und Flügelmann Keaton Grant mit 8:1 in Führung. Was Grant so draufhat, demonstrierte er den Zuschauern in der Oberfrankenhalle nach fünf Minuten, als er mit einem feinen Turnaround-Jumper zum 11:1 traf – viel schöner hätte den selbst Kobe Bryant kaum treffen können. Am Ende wurde der 28-Jährige mit 19 Punkten Topscorer.

Nun waren aber erst einmal die Bayreuther am Drücker, Center Domagoj Bubalo und Aufbauspieler Jake Odum brachten die Gastgeber auf 8:11 heran. Derek Needham antwortete mit seinen ersten Punkten, als er einen Block von Amin Stevens nutzte und aus der Mitteldistanz abdrückte. Nach dem ersten Viertel stand es 19:14 für die Löwen, für die erneut Grant die letzten Punkte per Fastbreak-Dunk erzielte.

Im zweiten Viertel setzten sich die Braunschweiger dann noch weiter ab. Raoul Korner hatte vor der Saison das gute Auge von Kenny Frease gelobt, und der zeigte jetzt, was sein Coach meinte: Nach einem tollen Tip-Pass des Centers traf Nico Simon per Dreier zum 36:18 (16. Minute), kurz darauf fand Frease den zum Korb schneidenden Needham mit einem klugen einhändigen Anspiel zum 38:20. Mit 14 Punkten Vorsprung gingen die Löwen in die Kabine.

Zwei sehr ansehnliche Viertel in Folge – würden die Braunschweiger nach der Pause einbrechen? Denkste! Das Gegenteil war der Fall, ab Mitte des dritten Viertels setzten sich die Löwen sogar noch weiter ab. Das Startsignal gab Josh Gasser (26. Minute), der die aufkeimende Hoffnung der Heimmannschaft, den Rückstand wieder einstellig werden zu lassen, mit einem Distanzwurf zerstörte. Der College-Rookie zeigte sich in Bayreuth stark verbessert, traf seine Dreier und Freiwürfe sicher (3/3 und 6/6) und kam am Ende auf 15 Zähler. Mehrere Ballgewinne erlaubten den Löwen gegen Ende des Viertels, das Spiel schnell zu machen, was sich nach 30 Minuten in der bis dahin höchsten Führung niederschlug (67:41).

Damit war das Spiel eigentlich schon gelaufen, doch das Korner-Team, das stark verteidigte und 58 Prozent seiner Würfe traf, hatte immer noch nicht genug. Frease und Gasser erhöhten bald auf 30 Punkte Vorsprung und es schien weiterhin fast alles zu gelingen. Am Ende durften die Starter früh Feierabend machen, während die zweite Garde das Tempo hochhielt und einfach weiter zauberte. Sehenswert der Behind-the back-Pass von Cornelius Adler auf Amin Stevens (94:58, 39. Minute). Mit einem Alley-Oop-Anspiel auf Stevens, der den 98:58-Endstand herstellte, beendete Backup-Playmaker Martin Bogdanov den Punktereigen, der gewiss einen Platz in den Geschichtsbüchern verdient hat.
Oder kann sich noch irgendjemand an den letzten Braunschweiger Auswärtssieg mit 40 Punkten Differenz erinnern?

Für die Löwen punkteten: Grant 19, Gasser 15, Frease 15, Needham 12, Nash 10, Stevens 8, Simon 6, Adler 4, Theis 4, Gertz 3, Bogdanov 2.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.