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Löwen blamieren sich gegen Gießener Rumpf-Team

Gießens "Big John" Bryant zeigte, dass er immer noch zum Besten gehört, was die Basketball-Bundesliga auf der Center-Position zu bieten hat. Foto: Hübner

Basketball-Bundesliga: John Bryant führt seine 46ers zum 96:85-Sieg in der W-Halle.

Von Christoph Matthies, 16.12.2017.

Braunschweig. Es gibt Partien, die man eigentlich als „Pflichtsieg“ verbuchen sollte. So in etwa, wenn man in eigener Halle gegen einen Abstiegskandidaten spielt, dem sage und schreibe vier Spieler aus der Starting Five verletzt fehlen – und die zusammen im Schnitt 50 Punkte erzielen. Die Löwen-Basketballer schafften es am Samstagabend trotzdem, so eine Partie gegen die Gießen 46ers mit 85:96 (48:54) zu verlieren.

Auf Gießener Seite hatte der Sieg besonders einen Namen. Der zweifache BBL-MVP John Bryant machte ein Wahnsinnsspiel. Zu seinen 27 Punkten fing er auch noch 15 Rebounds, dazu verteilte er neun Korbvorlagen – nur ein Assist fehlte zu einem in der Bundesliga äußerst seltenen Triple-Double. Im Vorfeld hatten kundige Beobachter das Duell zwischen Bryant und seinem Gegenüber, Löwen-Center Scott Eatherton, als Schlüsselduell erkannt. Eatherton (19 Punkte, elf Rebounds, 4 Assists) machte kein schlechtes Spiel, doch Bryant war eben noch dominierender.

Doch die Löwen verloren die Partie auch an anderen Fronten. In der Defensive zum Beispiel: Gegen derart dezimierte Gießener, die aufgrund der vier wichtigen Ausfälle mit mit einigen Bankdrückern und ProB-Reservisten agierten, darf man – zumal in eigener Halle – keine 96 Punkte kassieren. Plötzlich spielte ein Mahir Agva, sonst für 4,8 Punkte pro Partie gut, wie ein Allstar (18 Punkte, 7/8 Würfe aus dem Feld). Zu oft standen die Dreierschützen der Gäste offen, zu wenig machten die Löwen aus der kleinen Acht-Mann-Rotation der 46ers.

So stand es nach einem katastrophalen ersten Viertel bereits 30:16 für die Gießener, gegen Löwen, die jede raubtierhafte Einstellung vermissen ließen. „Das erste Viertel war wirklich schlecht, da haben wir überhaupt keinen Rhythmus gefunden“, kommentierte Löwen-Geschäftsführer Sebastian Schmidt zur Pause. „Dem Rückstand sind wir im Prinzip die ganze Zeit hinterhergelaufen“,sagte Tommy Klepeisz nach der Partie. Der Guard aus Österreich (25 Punkte) war der beste Braunschweiger, blies im zweiten Viertel mit vier getroffenen Dreiern zur Aufholjagd, so dass der Rückstand zum Seitenwechsel nur noch sechs Punkte betrug.

Nach der Pause kamen die Gastgeber schnell auf einen Zähler heran, verloren dann aber wieder den Faden. Bryant machte weiter, was er wollte, und setzte seine Mitspieler gut in Szene, während die Löwen mit einer „Das wird schon“-Einstellung zu Werke gingen. Doch es wurde nicht.

Zwar war nach einem Dunk von DeAndre Lansdowne im Schlussviertel zum 78:82, gut sechs Minuten vor dem Ende, wieder Hoffnung da. Die Löwen hatten bis dahin einen vielversprechenden Spurt hingelegt. Doch Lansdowne verletzte sich bei der Aktion, konnte nur langsam zurückhumpeln und fehlte in der Defensive, wo sein Gegenspieler Jahenns Manigat den Platz nutzte und per Dreier wieder auf sieben Zähler Vorsprung erhöhte. Ein echter Momentum-Zerstörer, bei dem nun auch noch Pech zu der pomadigen Leistung dazukam. Danach brachten die von Ingo Freyer trainierten Hessen den Sieg sicher ins Ziel.

„Wir müssen alle an uns arbeiten, defensiv haben wir zu viele Fehler gemacht“, übte Klepeisz nach der unnötigen Heimpleite Selbstkritik.

Für die Löwen punkteten: Klepeisz 25 (6/10 Dreier), Eatherton 19, Lansdowne 15, Koné 6, Morse 6, Schwartz 5, Alte 4, Nawrocki 3, Jaramaz 2, Janavicius.
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