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Lions verschreiben sich Verjüngungskur

Braunschweiger Footballer setzten 2009 Umbruch in Team und Umfeld weiter fort und hoffen auf Verständnis der Fans

Von Daniel Beutler

Braunschweig. Das Wort „Umbruch“ ist in der jüngeren Vergangenheit bei den Braunschweig Lions mehrfach gefallen. Und auch für die Spielzeit 2009 in der German Football League kommen die Verantwortlichen des amtierenden Deutschen Meisters daran nicht vorbei.

„Wir wollen den Umbruch weiter vorantreiben“, nennt Lions-Sportdirektor Dirk Miehe ein Ziel für die kommende Saison. Auf sportlicher Ebene macht besonders die Altersstruktur der Mannschaft ein Umdenken nötig. Von den 54 Spielern, die in der vergangenen Saison das „Löwen“-Trikot überstreiften, waren 22 Akteure 30 Jahre oder älter. Viele von denen haben jetzt ihre Karriere beendet. Folglich setzen die Lions auf eine Verjüngungskur des Teams und wollen deutsche Talente nach Braunschweig locken. Klangvolle Namen sind darunter kaum zu finden.
Aber geht der Plan der Lions-Verantwortlichen auf, ändert sich das in ein paar Jahren. „Wenn die jungen Spieler die Gelegenheit bekommen, sich bei uns zu entwickeln und ihre Spielzeit kriegen, dann werden wir in zwei, drei Jahren ein super Team haben“, sagt Miehe. Lions-Headcoach Javier Cook setzt unter diesem Aspekt die Altersgrenze für neue Spieler grob auf Mitte zwanzig fest. „In den vergangenen Jahren wurde zu wenig auf die Jugend gesetzt und das rächt sich jetzt. Damit diese Situation, mit vielen Spielern, die altersbedingt aufhören, sich nicht ewig wiederholt, müssen wir einen klaren Schnitt machen“, sagt Cook.
Bei vielen neuen, jungen und unerfahrenen Spielern, teilweise im ersten GFL-Jahr, gilt es aber zunächst auf kurze Sicht, Abstriche zu machen. Zwar legen sowohl der Sportdirektor als auch der Headcoach die Siegermentalität nicht ab, und gehen mit der Absicht, immer gewinnen zu wollen, in die Saison. Aber wie Miehe betont, müssen die Fans nachsichtig sein, sollten die Lions vielleicht mal nicht als Gruppenerster in die Play-offs ziehen. Die Aussicht auf kurzfristigen Erfolg müsse sich der Bereitschaft, etwas Neues aufzubauen, unterordnen, erklärt Sportdirektor Miehe.
Deutlich wird dies am Beispiel der Offense Line, dem aktuell größten Sorgenkind der Lions. Von den zehn Spielern, die vergangene Saison Quarterback Dennis Zimmermann beschützten und das teils überragende Laufspiel möglich machten, bleiben nur Jan Lanser und Christoph Wolk sicher. Talentierte Spieler für die Angriffslinie zu holen, ist aber nicht leicht, denn „im Umkreis von 300 Kilometern gibt es keinen Markt für Offense Lineman“, sagt Miehe. Größere Sprünge, eventuell sogar über den großen Teich ins Heimatland des Footballs, erlaubt die Finanzsituation nicht. „Wir müssen ein Turnaround schaffen. Weg von hohen Kosten und Erwartungen. Nicht zuletzt durch die Finanzkrise wird es kommende Saison nicht leichter für uns. Wir müssen einen Weg finden, mit den steigenden Kosten umzugehen und daher wird es schwer, die gleiche Qualität wie in der Vergangenheit bieten zu können. Da hoffen wir auf das Verständnis der Fans“, erklärt Miehe. Ryan Davis oder DeMario Williams werden also wohl nicht auflaufen, wenn die Saison am 19. April mit dem Eurobowl-Spiel in Valencia gegen die Firebats richtig beginnt.
Nach derzeitiger Einschätzung von Cook wird es im Vorfeld kein Testspiel geben. Dafür beginnt das Training früher als vergangenes Jahr. Es liegt schließlich viel Arbeit vor den Coaches. Das neue Defense-System von Dogan Özdincer muss etabliert werden, die neue Offensive Line muss sich finden und das Angriffs-Spiel der neuen Situation angepasst werden. Wenn das alles gut läuft, werden die Lions auch in der Saison 2009 von Beginn an ein schlagkräftiges Team stellen. Unabhängig von bekannten Namen.
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