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Lions veredeln ihre perfekte Saison mit dem neunten Titel

Die Lions-Abwehr um Robert Zernicke (vorne) stoppte den Unicorns-Angriff fast völlig. Reißner

Braunschweigs Footballer besiegen im Endspiel in Berlin die Schwäbisch Hall Unicorns 47:9.

Von Daniel Beutler, 11.10.2014.

Berlin. Die 12 531 Zuschauer im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark sahen im 36. Endspiel um die Deutsche Meisterschaft ein spannendes erstes Viertel. Im Duell der New Yorker Lions gegen die Schwäbisch Hall Unicorns schien alles offen. Dann aber zündeten die Lions den Turbo.

Nach acht Sekunden im zweiten Spielabschnitt geriet Schwäbisch Hall schon unter Zugzwang. Die Braunschweiger hatten, begleitet vom lauten Jubel der rund 5000 mitgereisten Lions-Fans, ihre Führung durch einen 10-Yard-Lauf von Runningback David McCants auf 14:3 ausgebaut.
Doch die Unicorns konnten nicht mithalten. Einen von Francis Bah abgefälschten Pass des Haller Quarterbacks Marco Ehrenfried fiel Braunschweigs Passverteidiger Patrick Ihl in die Hände. Seine insgesamt siebte Interception in dieser Saison war die Vorlage für die Solo-Show des überragend stark spielenden Lions-Quarterbacks Casey Therriault. Der beendete die Angriffsserie mit einem Lauf über rund
15 Yards, sprang dabei noch über einen Abwehrspieler und feierte schließlich in der Unicorns-Endzone das 20:3. Der Extra-Punkt missglückte.
Das aber war zu verkraften, denn gleich im ersten Spielzug der Haller darauf, erzwang die fast perfekte Lions-Abwehr einen Fumble. Unicorns-Runningback Marcus Sims verlor den Ball. Die Lions ließen sich die Chance nicht nehmen. Therriault passte auf Anthony Dable: 27:3. Da deute sich schon an, wer Meister werden würde, ein paar Minuten später war es klar: Joseph LeBeau, Linebacker in Diensten der Braunschweiger, fing einen Pass von Ehrenfried im folgenden Drive der Unicorns ab. Der Angriff, gewohnt eiskalt, nutzte sein fünftes Angriffsrecht zum fünften Touchdown. Ballträger Michael Andrew erlief aus drei Yards den 34:3-Halbzeitstand. „Da kam der Gedanke langsam auf, wir werden gewinnen“, berichtete Lions-Linebacker Kerim Homri, der drei Erfolgsfaktoren ausmachte. „Unsere individuelle Klasse, die Vorbereitung durch die Trainer und die Ausführung im Spiel.“
Die zweite Halbzeit wurde dann der zweite Teil der Lehrstunde mit Thema Klassenunterschied. Der Meister aus der Bundesliga-Nordstaffel ließ dem Südmeister, der immerhin 14 von 16 Spielen auf dem Weg in sein drittes Endspiel gewann, keine Chance mehr. Der Rekordmeister aus Braunschweig dagegen trug sich gleich noch mit dem deutlichsten Sieg im Endspiel in die Geschichtsbücher ein. Die Lions übertrafen den 37:12-Sieg der Berlin Adler gegen die Badener Greifs aus dem Jahr 1987 überdeutlich.
Da konnte man schon etwas Mitleid mit den euphorischen und stets anfeuernden Unicorns-Fans haben, die rund 560 Kilometer in die Hauptstadt fuhren und dann ihre Mannschaft so chancenlos sahen. Aber der Gegner aus Braunschweig war einfach zu stark. „Für uns ging es immer nur um unser Spiel, nie um den Gegner“, sagte Lions-Ballträger David McCants, „und das heute war schon fast perfekt.“
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