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Lions erkämpfen sich den Sieg in Berlin

Für Lions-Quarterback Tom van Duijn (links) war Runningback David McCants eine große Entlastung. Das starke Laufspiel von McCants nahm Druck von den Schultern des Ersatz-Spielmachers. (Foto: Karsten Reißner)

Auch im Rückspiel bei den Berlin Rebels behalten die New Yorker Lions die Oberhand. Der 21:14-Erfolg am Sonntag war aber so ganz anders, als die bisherigen Kanter-Siege der Braunschweiger Bundesliga-Footballer. Hart erkämpft in einem zerfahrenen Spiel, das mit Strafen und Kuriosem aufwartete.

Von Daniel Beutler
Braunschweig. Die weiße Weste bewahrt: Das Gastspiel der New Yorker Lions bei den Berlin Rebels bot einiges an Unterhaltung, wenn auch diese nicht immer hübsch anzusehen war. Unterm Strich zählt aber nur der Sieg, wie Lions-Cheftrainer Troy Tomlin nach dem 21:14-Erfolg unterstrich: „Wir gehen mit einem guten Gefühl in die kurze Pause. Das war wichtig.“

Die Gäste aus der Löwenstadt warteten gleich mit einer kleinen Überraschung auf: Tomlin schonte seinen Quarterback Casey Therriault. „Die Ärzte haben uns dazu geraten. Wir haben das Hinspiel deutlich gewonnen und selbst bei einer Niederlage: Das kommende Spiel gegen Kiel ist wichtiger“, erklärte Tomlin die Entscheidung. Ohne Therriault, der sich beim Spiel in Dresden am Arm verletzte, lahmte das Angriffsspiel merklich. Ersatz-Spielmacher Tom van Duijn machte zwar einen ordentlichen Job, doch merkte man dem jungen Niederländer die fehlende Spielpraxis und Erfahrung an. Er traf im Laufe der Angriffsserien immer mal wieder eine Fehlentscheidung, die den Offensiv-Drang stoppte. Das allerdings war zu verkraften, weil die Braunschweiger Abwehr erneut meisterlich auftrat. Einmal ließ sie sich zwar düpieren, das blieb in der Endabrechnung aber folgenlos. Gleich im zweiten Angriffsversuch der Rebels fand Quarterback James Harris den Ex-Lions-Receiver Alexander Tounkara, der Tim Unger für einen Touchdown enteilt war. In der Folge stellten die Gäste um, stellten dem großen Passempfänger den ebenfalls nicht klein gewachsenen Tissi Robinson gegenüber. Der Plan ging bis zur Verletzung des Braunschweiger Passverteidigers auf. Danach konnte Tounkrara wieder Nadelstiche setzen – mehr aber nicht.

Van Duijn derweil kam immer besser ins Spiel und fand in Niklas Römer eine verlässliche Anspielstation. Mit Runningback David McCants, der die Extra-Last nach dem Ausfall von Therriault mit Bravour schulterte, der Schlüssel zum Erfolg. Nur wirklich rund lief es nicht. „Wir haben zu viele Fehler gemacht“, befand Tomlin. Etliche Strafen gegen die Rebels und die Lions unterbrachen den Spielfluss. Was dem Braunschweiger Cheftrainer merklich nicht gefiel: Gleich zwei Extrapunkt-Versuche von Tobias Goebel wurden geblockt. Beide wurden für zwei Berliner Punkte bis in die Lions-Endzone getragen. Wegen einer Strafe zählte der zweite Return jedoch nicht. Dennoch: Das sieht man nicht alle Tage im American Football. Ebenso eine Seltenheit: Die Lions sackten Harris für einen Safety. Robert Kitching brach im zweiten Viertel durch die Offense Line und riss seinen US-Amerikanischen Landsmann in der eigenen Endzone für zwei Punkte zu Boden. Damit machte der Abwehr-Hüne ein Interception von van Duijn wett, die kurz zuvor noch für Frust an der Lions-Seitenlinie gesorgt hatte.

Den größten Aufreger gab es bereits früh im Spiel. Lions-Abwehrspieler Johnathan Rollins wurde wegen eines vermeintlichen Targetings, also dem Angriff auf den Kopf-Hals-Bereich eines schutzlosen Spielers, vom Platz gestellt. „Wir haben gleich nach dem Spiel das Video gesehen und werden Protest einlegen“, sagte Tomlin. So hoffen die Braunschweiger, die mit der Strafe einhergehende Sperre für das kommende Spiel gegen Kiel zu verhindern.
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