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Korner-Abschied mit perfektem Drehbuch

Löwen-Forward Tyrone Nash war vor allem in Halbzeit eins äußerst aktiv. Foto: Ammerpohl

Basketball-Bundesliga: Am letzten Spieltag gewinnen die Löwen gegen Bonn mit 95:93 nach Verlängerung.

Von Christoph Matthies, 01.05.2016.

Braunschweig. „Es schien so, als konnten wir uns gar nicht lösen von der Saison“, sagte Raoul Korner nach dem 95:93 (78:78, 41:39)-Overtime-Sieg gegen die Baskets Bonn. Und der scheidende Trainer fand in der VW-Halle auch sonst die richtigen Worte.

Da es sportlich um nichts mehr ging, konnten beide Mannschaften ganz befreit aufspielen, wie schon am Freitag gegen Bayreuth stand die Defensive nicht unbedingt im Vordergrund. Die Löwen, deren US-Leistungsträger den Verein mit großer Wahrscheinlichkeit allesamt verlassen werden, kamen besser aus den Startlöchern. Vor allem Tyrone Nash schien den Braunschweiger Fans noch ein Abschiedsgeschenk machen zu wollen. Nach dem ersten Viertel (24:16) hatte Nash bereits acht Punkte, zur Halbzeit derer 16.

In seinem 100. und letzten Spiel als Löwen-Trainer sah Korner eine spannende Dramaturgie. „Wenn man ein kitschiges Drehbuch hätte schreiben müssen,es wäre wohl so geworden wie heute“, sagte der Coach nach der Partie. Schon zur Pause machten die Bonner deutlich, dass sie sich nicht abschütteln lassen würde, per Dreier verkürzte Point Guard Eugene Lawrence Sekunden vor der Halbzeit auf 39:41.

Im dritten Viertel riss Löwen-Aufbau Derek Needham, der die Basketball-Bundesliga wohl in Richtung Italien verlassen wird, das Spiel allmählich an sich, traf per Dreier oder per Korbleger, wenn er in seiner unnachahmlichen Manier den Turbo zündete. Den stets emotionalen und energiegeladenen Needham dürften die Braunschweiger Fans von allen Löwen-Profis am meisten vermissen.

Als der gut aufgelegte Keaton Grant neun Minuten vor Spielende auf 65:54 erhöht hatte, waren die Bonner keineswegs geschlagen. Im Gegenteil, Lawrence (18 Punkte) Tadas Klimavicius (19) und Co. wollten sich auch nicht mit einer Niederlage in die Sommerpause verabschieden. In einem Krimi in den Schlussminuten trafen Needham und Nash zwar wichtige Dreier, doch die Bonner konterten und gingen sogar in Führung. 18 Sekunden vor der Schlusssirene glich Keaton Grant die Partie per Floater wieder aus (78:78), und die Bonner vergaben ihre letzte Chance, die Partie in der regulären Spielzeit einzutüten.

In der Verlängerung blieb es spannend: Einen Dreier von Bonns Rotnei Clarke (19 Punkte) nach rund zwei Minuten beantwortete Needham ebenfalls per Dreier (85:85), wieder zwei Minuten später setzte Kapitän Nico Simon auch von außen einen weiteren „Big Point“ (91:89). Nachdem Mangold an der Freiwurflinie ausglich, brachte erneut Simon die Löwen nach schönem Needham-Anspiel wieder in Führung. Ein Fastbreak-Dunk von Keaton Grant brachte den Braunschweiger Sieg vor 2347 begeisterten Zuschauern schließlich in trockene Tücher.

„Wenn mir im Sommer jemand gesagt hätte, dass wir Zehnter werden, hätte ich gefragt, wo ich unterschreiben muss“, sagte Korner in seiner Abschieds-Ansprache zu den Fans, bei denen er sich ausdrücklich bedankte. „Ich weiß zu schätzen, mit wie viel Wärme, Offenheit und Unterstützung ihr mich in den letzten Jahren begleitet habt“, befand der Österreicher und zeigte ein letztes Mal seine ganze Klasse als Mensch und Sportsmann, als er um die gleiche Unterstützung für seinen Nachfolger bat.

Für die Löwen punkteten: Needham 26, Nash 21, Grant 17, Stevens 9, Simon 8, Theis 8, Bogdanov 3, Frease 2, Gasser 1.
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