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Kommentar

Elmar von Cramon

Schiedsrichter hat eine rote Ampel überfahren.

Von Elmar von Cramon, 26.05.2017.

„Wer lenkt Sie eigentlich?“ lautet die Aufschrift auf einem Hinweisschild, das einem in der Wolfsburger Autostadt begegnet. Diese Frage hätten am Donnerstagabend viele Leute an Schiedsrichter Sascha Stegemann gehabt, der nach Abpfiff jedoch schnell in den Stadionkatakomben verschwand.

Zurück blieben ein vor den Augen von ganz Fußballdeutschland um den Lohn gebrachtes Eintracht-Team und die Frage, wieso der DFB ausgerechnet ihn als Referee angesetzt hatte. Der Mann aus Niederkassel hatte die Löwen bereits beim Niedersachsenderby in Hannover grob benachteiligt, als er einen eishockeytauglichen Bodycheck an Julius Biada im Strafraum ungeahndet ließ. Sein erneuter Lapsus befeuerte so die schon im Vorfeld der Partie aufgeworfene Diskussion über ein „Es-kann-nicht-sein-was-nicht-sein-darf“-Szenario. Nicht nur in Eintrachts Fankreisen war die Befürchtung aufgetaucht, dass einem Aufstieg der Löwen gegen den Volkswagen-Klub zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen im Wege stehen könnten. Der spielentscheidende Elfmeterpfiff war aber keineswegs nur „umstritten“, sondern so falsch wie das Überfahren einer roten Ampel.
Das Prädikat „fragwürdig“ verdienten derweil andere Begleiterscheinungen der Begegnung: Ein Verbot blau-gelber Fankleidung außerhalb des Gästeblocks, „ausverkauftes Haus“ trotz tausender freier Plätze im Rund und nicht zuletzt die „nass gemachten“ Schuhe der Eintracht-Profis. Was soll das?
Egal wie die Saison letztlich ausgeht, können Torsten Lieberknecht und seine Männer stolz auf das sein, was sie mit einem x-fach kleineren Etat als die Wölfe, auf die Beine gestellt haben. Selbst aus einer verlorenen Relegation dürfte die Mannschaft stärker hervorgehen und im kommenden Jahr erneut nach dem Aufstieg greifen. Das „Nachsitzen“ um den letzten Platz in der Eliteklasse verkommt hingegen zur Farce und gehört abgeschafft. Zu oft wurde das Gerechtigkeitsempfinden selbst für den neutralen Fußballfan auf eine zu harte Probe gestellt.
Vor zwei Jahren spielte zwischen Karlsruhe und Hamburg Schiedsrichter Manuel Gräfe Zünglein an der Waage, das Rückspiel zwischen Düsseldorf und Berlin lief 2012 gänzlich aus dem Ruder.
Auch die nun bevorstehende Einführung des Videobeweises, in jeder seriösen Sportart längst gang und gäbe, kommt für Eintracht bedauerlicherweise zu spät. Die Hoffnung auf ein blau-gelbes Wunder im Rückspiel am Montag lebt hingegen noch!
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