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Kommentar

Elmar von Cramon

Vitor Pereira: Beispielloser Totalausfall.

Von Elmar von Cramon, 04.05.2017.

Fairness und Respekt vor dem generischen Coach sind für Torsten Lieberknecht keine Floskeln. Oft hat er Pressekonferenzen oder Interviews zum Anlass genommen, gerade solchen Kollegen den Rücken zu stärken, die bei ihren Klubs in die Schusslinie geraten waren.

Schon aus diesem Grund ist klar, dass einiges zusammenkommen muss, wenn der Eintracht-Coach nun, wie am Wochenende geschehen, fehlenden Respekt von 1860-Coach Vitor Pereira am Sky-Mikrofon öffentlich bemängelt. Der Portugiese hatte sich ihm gegenüber einen verbalen Totalausfall unterhalb der Gürtellinie erlaubt, außerdem zeigte ihm ein Mitglied des Trainerteams der „Blauen“ einen ausgestreckten Mittelfinger.
Nach der Partie hätte Pereira die Chance gehabt, die Dinge klarzustellen und sich bei Lieberknecht zu entschuldigen. Stattdessen ließ er ihn vor der Pressekonferenz 20 Minuten warten und schwadronierte wie schon in den Vorwochen abgehoben von der Überlegenheit seines Teams. Weitere Provokationen („Es sah so aus, als ob meine Mannschaft um den Aufstieg kämpft und nicht umgekehrt“) ließ Lieberknecht wie bereits zuvor cool ins Leere laufen und reichte dem Portugiesen zum Abschluss die Hand, bevor es mit drei Punkten im Gepäck zurück nach Braunschweig ging.
Pereira hingegen klopft mit dem teuersten 1860-Kader seit Erstligazeiten an der Tür zur dritten Liga und sucht augenscheinlich nach Ausreden, um vom eigenen Misserfolg abzulenken.
Meistertitel im Ausland kann er zwar vorweisen, hat den Abstiegskampf in der zweiten Liga aber gnadenlos unterschätzt, was angesichts seines überheblichen Auftretens nur allzu leicht vorstellbar ist. Leidtun können einem Fans und Mannschaft des strauchelnden Traditionsvereins, denen der allmächtige Investor Hasan Ismaik den Portugiesen aufs Auge gedrückt hat und den er trotz der Ereignisse vom Wochenende gestern als „den perfekten Trainer für 1860“ bezeichnete.
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